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Wege zum Wohlstand: Wie die Reichen reich geworden sind

Über die Jahrhunderte verliefen die Wege zum Reichtum unterschiedlich. Von Marcus Licinus Crassus im Rom der Antike bis Microsoft-Gründer Bill Gates: mit welchen Methoden Menschen in verschiedenen Epochen reich wurden.

Microsoft-Begründer Bill Gates scheint wieder der reichste Mann der Welt zu werden. Quelle: dapd
Microsoft-Begründer Bill Gates scheint wieder der reichste Mann der Welt zu werden. Quelle: dapd

Am Anfang war die Zwiebel. Mit ihr begann vor mehr als 2600 Jahren der Aufstieg des babylonischen Geschäftsmannes Iddin-Marduk und nebenher wohl auch die Kulturgeschichte des privaten Reichtums. Iddin-Marduk hatte bemerkt, dass viele Bauern im Zweistromland Zwiebeln zum Privatgebrauch anbauten. Er kaufte ihnen die Ernte ab und verschiffte die Knollen in die Städte. Dort entstand auf den Märkten ein florierender Zwiebelhandel. Iddin-Marduk war ein gemachter Mann, und seine Nachkommen mehrten den Schatz. Der Clan stieg ins Immobilienwesen ein, kaufte Häuser auf Kredit und beglich mit den Mieteinnahmen die Schulden. Um das Jahr 500 v. Chr. belief sich das Vermögen der Dynastie auf 16 Häuser, mehr als 100 Sklaven und großflächigen Landbesitz. Kurz: Die Familie war reich. Erst hatte sie ein Nischenprodukt entdeckt und erfolgreich vermarktet, dann das Familienunternehmen diversifiziert und mit kreditgehebelten Immobiliendeals den großen Reibach gemacht. 

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Nobelunternehmen Die Geschäfte mit den Reichen

Der Luxus klassischer Prägung hat sich längst demokratisiert. Rolex, Louis Vuitton und Co. verdienen auch im Massengeschäft ihr Geld. Aber es gibt noch feine Unternehmen, die nur von den sehr Wohlhabenden leben.

So modern die babylonische Gründerstory heute klingen mag, über die Jahrhunderte verliefen die Wege zum Reichtum höchst unterschiedlich. Cynthia Crossen, Autorin des Buches „The Rich and How They Got That Way“, bringt die Vermögensbildung dennoch auf eine grundlegende Formel: Großen Reichtum anzuhäufen funktioniert, indem man sich einen Teil des Eigentums oder der Produktion anderer Menschen sichert. Über die Epochen hinweg gab es dafür vielfältige Methoden. 

Architektur und Kunst, Philosophie und Feldzüge stehen in der Antike hoch im Kurs, das schnöde Anhäufen von Besitztümern gilt Griechen wie Römern wenig.  Trotzdem schadet eine gewisse finanzielle Grundausstattung nicht, und bei der Wohlstandsmehrung herrscht freie Bahn für handfestes Unternehmertum. 

Märklin, Schiesser, Rosenthal Welche Pleitefirmen das Comeback geschafft haben

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Der Politiker und Feldherr Nikias etwa bringt es mit Grundbesitz und Geldverleih zum griechischen Großverdiener. Als besonders einträglich erweist sich für ihn jedoch die Leiharbeit. So soll er an die 1000 Sklaven für die Arbeit in Silberbergwerken vermietet haben. Leihgebühr: ein Obolus - 0,72 Gramm Silber - pro Tag und Mann. Weder Kost noch Logis schmälerten den Reingewinn, dafür kam der Mieter auf. Und sollte das „Leihgut“ ob der Arbeitsstrapazen beschädigt werden, hatte der Mieter den Sklaven zu ersetzen. 

Grundbesitz und Landwirtschaft, Geld- und Sklavenverleih sowie später der Mietwucher zählen zu den Erfolgsbranchen der Epoche. Zugleich sorgen politische Umstürze und anschließende Säuberungen für regelmäßige Vermögensumverteilungen.  Um seine Habe zu mehren, bedarf es also einer guten Portion Skrupellosigkeit und des Gespürs für die richtigen politischen Freunde. Über beides verfügt der römische Politiker Marcus Licinius Crassus (115 114-53 v. Chr.) wie kein Zweiter. Er nennt Manufakturen sein Eigen, besitzt ganze Stadtviertel in Rom und eine Betriebsfeuerwehr. Die 500 Mann starke Truppe ist bei jedem Brand schnell vor Ort und betrachtet es noch vor Beginn der Löscharbeiten als höchste Pflicht, die Brandstelle abzusperren - damit keine anderen Löschtrupps die Preise verderben. 

Anschließend wird nicht gelöscht, sondern verhandelt. Der Hausbesitzer hat die Wahl: Entweder er verkauft sein brennendes Haus zum Spottpreis an Crassus, oder sein Vermögen geht komplett in Rauch auf. 

So scheffelt Crassus ein Vermögen, das er nebenbei dazu verwendet, seinen politischen Einfluss zu sichern. Wohl nur die Promi-Feldherren der Antike, Gaius Julius Caesar und Pompeius, dürften in der altertümlichen Top-Ten-Liste der Superreichen vor Crassus rangieren. „Wirklich reich ist nur, wer eine eigene Armee hat“, soll Crassus bemerkt haben. Ein Konzept, das auch in der Folgezeit aufging. 

  • 07.04.2013, 11:38 UhrCharly

    Schön, dass das HB es hier mal beschreibt.

    (...)
    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • 07.04.2013, 13:10 Uhrvivere-vis-scis-enim

    Soviel zu Neid und Eifersucht :

    Neider sind die furchtbarsten Menschen die es verstehen, in einem Schuldgefühle zu erzeugen für ihre eigenen eigenverantwortlichen Zustände.

  • 07.04.2013, 14:22 Uhrpool

    Microsoft und Monsanto regieren die USA. Deren Manager sitzen direkt in der Administration und schreiben die Gesetze. Mit erfolgreich hat das nichts zu tun. Ohne Korruptheit und Kollaboration mit den Regierenden "erarbeitet" niemand 80 Milliarden Dollar.
    Die USA wären ohne ihre Raubzüge schon lange Geschichte. Die einzige Kultur, die dort Tradition hat, sind Mord und Totschlag.

    Die EU ist auch nicht auf Wunsch der Bevölkerung gezeugt worden. Dahinter steckten die Industriebosse, die mit Erpressung und gekauften Parteisoldaten ihren Willen durchgedrückt haben.

    Das Handelsblatt mit seinem blutigen Geschäft sollte sich besser zurückhalten. Der Chef hatte schon gute Kontakte zu den Nazis, Schönheit der Arbeit, klingt wie Arbeit macht frei. US-Präsident Rossvelt sagte über den Diktator Somozy: Somoza ist ein Schweinehund, aber er ist unser Schweinhund. Was eben zurückschlägt auf auf alle, die sich mit Schweinehunden einlassen. Sie werden selber zu solchen.

    Man frage die Soldaten des Koreakrieges, des Vietnamkriegs, des Irakkriegs, die für Gott und Erdöl und Okkupationspolitik Millionen von Menschen in den Kopf schießen mußten, wie die damit fertig werden. Die wirkliche Mörder sind die Profiteure, die mit ihrem Reichtum protzen. Auf das Leben einer Schabe ist niemand neidisch.




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