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Zahl der Insolvenzen: Deutschland droht eine Pleitewelle

Schlecker, Neckermann sowie Werften und Solarfirmen – große Traditionsbetriebe rutschten in die Insolvenz. Die Schäden gehen in die Milliarden. Experten warnen nun: Nächstes Jahr wird die Zahl der Firmenpleiten steigen.

„Bin grad pleite“ – im nächsten Jahr dürfte die Zahl der Insolvenzen steigen. Quelle: dpa
„Bin grad pleite“ – im nächsten Jahr dürfte die Zahl der Insolvenzen steigen. Quelle: dpa

DüsseldorfDie deutsche Wirtschaft muss sich auch 2013 auf eine Pleitewelle einstellen. „Die deutsche Volkswirtschaft gerät zunehmend in den Sog der europäischen Staatsschuldenkrise“, sagte der Vorstand der Neusser Wirtschaftsauskunftei Creditreform, Helmut Rödl. Die Gesamtzahl der Insolvenzen dürfte demnach von 156.200 im laufenden Jahr auf etwa 160.500 steigen, darunter geschätzte 30.500 Firmenpleiten. Grund ist nach Ansicht der Experten von der Wirtschaftsauskunftei die sich ausweitende Schuldenkrise in Europa.

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Die Zahl der Firmenpleiten ist in diesem Jahr zwar noch leicht rückläufig. Die Creditreform rechnet für das Gesamtjahr mit 29.500 Unternehmensinsolvenzen. Im Vorjahr waren es noch 30.120. Allerdings werten die Experten den Rückgang nicht als positiv. Die Entspannung sei nicht mehr ganz so stark ausgefallen wie noch im Zuge der wirtschaftlichen Erholungsphase in den Jahren 2010 und 2011.

Die größten deutschen Firmenpleiten

  • Platz 16

    Schlott

    Druckerei/1480 Beschäftigte

    (Quelle: Statista)

  • Platz 15

    Hansa

    Pflegeheim/1600 Mitarbeiter

  • Platz 14

    Mäc Geiz

    Discounter/1600 Mitarbeiter

  • Platz 13

    Sellner

    Autozulieferer/1600 Mitarbeiter

  • Platz 12

    Escada

    Modekonzern/2200 Mitarbeiter

  • Platz 11

    Q-Cells

    Solarindustrie/2300 Mitarbeiter

  • Platz 10

    Schiesser

    Textilhersteller/2300 Mitarbeiter

  • Platz 9

    Edscha

    Autozulieferer/2300 Mitarbeiter

  • Platz 8

    Wadan-Werften

    Schiffsbau/2400 Mitarbeiter

  • Platz 7

    Honsel

    Autozulieferer/3000 Mitarbeiter

  • Platz 6

    Karmann

    Autozulieferer/3400 Mitarbeiter

  • Platz 5

    Quimonda

    Chiphersteller/4600 Mitarbeiter

  • Platz 4

    Manroland

    Maschinenbauer/6500 Mitarbeiter

  • Platz 3

    Woolworth

    Kaufhaus/9300 Mitarbeiter

  • Platz 2

    Schlecker

    Drogeriekette/25.000 Mitarbeiter

  • Platz 1

    Arcandor

    Handel und Touristik/52.000 Mitarbeiter

Deutlich höher fällt dagegen der durch Pleiten angerichtete Verlust aus. In diesem Jahr entstehen Schäden in Höhe von 38,5 Milliarden Euro. Das sind 17 Milliarden Euro mehr aus als ein Jahr zuvor. Grund für den eklatanten Anstieg ist die Insolvenz namhafter Firmen wie Schlecker und Neckermann sowie von Autozulieferern und Solarfirmen. Dies habe die Gläubiger besonders stark betroffen, erklärte die Auskunftei.

Entsprechend stieg auch die Zahl der Arbeitsplätze, die aufgrund der Pleiten verloren gehen oder bedroht sind. Sie beläuft sich aktuell auf 346.000 Betroffene. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres hat die Zahl der drohenden Jobverluste um 46,6 Prozent zugenommen. Immerhin liegt die Zahl noch unter dem Mittelwert der vergangenen zehn Jahre von 450.000. Für nächstes Jahr prognostizieren die Insolvenzexperten 350.000 bedrohte Jobs - vor allem in kleineren und mittleren Betrieben.

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Auch die Zahl der Insolvenzen von Privatverbrauchern ging der Creditreform zufolge 2012 um 1,7 Prozent auf 101.500 zurück. „Das ist nur die Spitze des Eisberges“, warnt aber Helmut Rödl von der Creditreform. „Insgesamt gesehen hat die Überschuldung der Verbraucher in Deutschland zugenommen.“ 6,6 Millionen Erwachsene bundesweit seien nicht in der Lage, ihren Lebensunterhalt aus eigenen Mitteln zu bestreiten. Besonders die Entwicklung bei jungen Leuten sei besorgniserregend.

  • 01.12.2012, 00:34 Uhrtsunami

    30.11.2012, 16:47 Uhr, @Fossibaerin

    Ihre Meinung teile ich NICHT!

    NULL!

  • 30.11.2012, 16:47 UhrFossibaerin

    Die Rückkehr zur DM dürfte Deutschland wohl eher noch mehr zur Fluchtzone für das auch von nicht-deutschen Banken (z. B. US-Fed) wie wild in die Märkte gepumpte Geld machen, als Deutschland das jetzt schon ist. Im Übrigen sind viele derzeitige Probleme strukturell bedingt, eine Umbenennung der deutschen Währung und eine Neubewertung der einzelnen Währungseinheit ändert an diesen strukturellen Problemen überhaupt nichts. Die "Übermacht" der Finanzmärkte und das böse "Umverteilungssystem" sind Ausflüsse der liberalisierenden, finanzmarktorientierte Politik der letzten 20 Jahre, und damit auch keine Folge der Euroumstellung. Was man schon daran sieht, dass Nicht-Euroland Grossbritannien mit zu den am schwersten Betroffenen gehört. Die Eurorettung wätre außerdem besser gelaufen, wenn man nicht so zaghaft, sondern mit entschiedeneren Schritten daran gegangen wäre. Die Salamitaktik der Regierung war ein Kardinalfehler, aber was will sie machen, wenn der deutsche Michel wild entschlossen ist,sich in seiner masslossen Angst vor sich selbst zu Tode zu fürchten. Es sind ja schon Leute im abgeschalteten Kühlwagen erfroren. Aber bitte, wir sind ja eine Demokratie, richtet bloss Alles schön zu Grunde und gebt den Anderen die Schuld.

  • 30.11.2012, 13:19 UhrKehrtwende

    Ja, die Re-Education hatte Erfolg. Anders als beim Versailler Vertrag wird es zumindest vorerst kein Aufmucken geben, da alles viel subtiler zugeht. Heute wird z.B. nicht einfach mehr nur primitiv Geld gedruckt und Hyperinflation gemacht, sondern Giralgeldschöpfung betrieben, Schulden zurückgekauft, Schuldenschnitte gemacht bzw. gegen Endloslaufzeit-Titel umgetauscht und Zentralbank-Bilanzen werden aufgebläht mit Forderungen, die u.U. nie mehr realisiert werden. Es wird alles in Büchern versteckt und solange keiner daran rumrührt, sieht alles schick aus. Bis der nächste schwarze Freitag kommt...

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