Streit mit kommunalen RWE-Gas-Aktionären
RWE zieht Personalvorschläge zurück

Der RWE-Konzern hat nach einem Zeitungsbericht erste Konsequenzen aus dem andauernden Streit mit den kommunalen Aktionären seiner Tochter RWE Gas gezogen.

Reuters DÜSSELDORF. Die vollständige Umsetzung der im Juni angekündigten neuen Konzernstruktur von Deutschlands zweitgrößtem Energieversorger nach Eon könne daher zumindest in einem wichtigen Teil nicht vollzogen werden.

Die Führungsposten bei der zum 1. Oktober zu gründenden Vertriebstochter Energy Nord sollen nun nicht mehr mit den Top-Managern von RWE Gas besetzt werden, berichtete die „Westfälische Rundschau“ am Montag vorab aus ihrer Dienstagsausgabe. Anstelle des derzeitigen RWE-Gas-Chefs Manfred Scholle soll der heutige Chef der Netz-Tochter RWE Net, Wolfgang Kässer, die Führung der Energy Nord übernehmen. Auch werde die Nominierung von RWE-Gas-Vertriebschef Ingo Westen zum Nord-Vertriebschef zurückgezogen. Bei RWE in Essen wollte niemand einen Kommentar zu dem Bericht abgeben.

Die Rücknahme der im Juli verkündeten Personalentscheidungen über die Top-Manager bei RWE Gas wertete die Zeitung als Zeichen dafür, dass die Gas-Tochter auch über den 1. Oktober hinaus selbstständig bleiben wird. Diese Vermutung hatten zuvor auch die kommunalen Aktionäre von RWE Gas geäußert. Sie befinden sich mit der Konzernführung in Streit über die von ihr geplante Eingliederung des Gas-Geschäfts in die neue Konzernstruktur. Die neue Struktur soll nach dem Willen von RWE-Konzernchef Harry Roels Anfang Oktober stehen.

Im Kern sieht der RWE-Konzernumbau neben der Bündelung der Erzeugung in einer neuen Gesellschaft die Zusammenlegung des Vertriebs von Strom und Gas in einer weiteren Gesellschaft vor. Unter dieser unter dem Arbeitstitel „Energy“ firmierenden Tochter sollen mehrere regionale Vertriebsgesellschaften aufgehängt sein, darunter auch die Energy Nord. RWE hatte den kommunalen Aktionären angeboten, ihren rund 20-prozentigen Anteil an RWE Gas in einen an Energy Nord zu tauschen. Das hatte die Aktionärsgruppe kategorisch abgelehnt.

Für die zweite Augusthälfte ist nach Angaben von Vertretern der kommunalen Aktionäre ein weiteres Treffen mit dem Konzernvorstand geplant, auf dem dieser einen neuen Kompromissvorschlag vorlegen wolle. Einzelne Vertreter der kommunalen Aktionäre - die Gruppe setzt sich aus 46 Vertretern von Kommunen zusammen - haben bereits angedeutet, dass eine Einigung nur bei einem angemessenen Ausgleich denkbar sei. Als angemessen wurden bislang Abfindungen bis zu zwei Mrd. € genannt. Branchenkenner erwarteten, dass RWE sich auf seiner Halbjahrespressekonferenz am Dienstag zu der Angelegenheit äußern wird.

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