Streit um Abfindungszahlungen
Windhorst droht weiter Zwangsvollstreckung

Dem einstigen Vorzeige-Jungunternehmer Lars Windhorst droht weiter die Zwangsvollstreckung. Der Berliner Rechtsanwalt Ulrich Arlt bekräftigte am Dienstag, sollte Windhorst nicht umgehend mehr als zwei Millionen Dollar Schulden zurückzahlen, sei die Pfändung von Vermögen in Büro- und Privaträumen des Unternehmers durch einen Gerichtsvollzieher nicht mehr abzuwenden.

HB/dpa BERLIN. Der 26-jährige Windhorst, der seit Oktober 2000 in Berlin am Potsdamer Platz residiert, wollte sich erneut nicht zu den seit Tagen in der Öffentlichkeit kursierenden Medienberichten äußern.

Arlt vertritt zwei marokkanische Geschäftsleute. Diese hatten Windhorst den Angaben zufolge bereits vor dem Landgericht Bielefeld erfolgreich auf Rückzahlung von zwei Millionen Dollar verklagt, die sie dem Unternehmer bereitgestellt hatten. Windhorst habe aber weder Berufung eingelegt, noch gezahlt, sagte Arlt. „Es wurde daher alles eingeleitet, der Antrag auf Pfändung ist raus.“

Der aus Westfalen stammende Jungunternehmer hatte bereits als 16- Jähriger die Schule verlassen, um mit elektronischen Bauteilen zu handeln. Zunächst als „Unternehmer-Wunderkind“ und „Teenager-Tycoon“ gepriesen, bekam Windhorst nach einigen geplatzten Großprojekten wie einem Wolkenkratzer in Vietnam Probleme. Nachdem auch Pläne im Internet- und Elektronikgeschäft nicht aufgingen, zogen sich der Unternehmer und seine Windhorst AG auf Finanzdienstleistungen zurück.

Die Marokkaner wollten sich an der inzwischen abgewickelten Windhorst Electronics GmbH aus Rahden beteiligen. Die Anteile haben die beiden Geldgeber nach Angaben von Arlt aber nicht bekommen. Vielmehr sei das Geld in die Stammeinlage der Windhorst Electronics geflossen. Streit hatte es im vergangenen Herbst auch mit ehemaligen Mitarbeitern des Unternehmens über Abfindungszahlungen gegeben.

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