Streit um Airbus: EADS-Vorstand droht mit Rückzug

Streit um Airbus
EADS-Vorstand droht mit Rückzug

Der Dauerstreit über die Sanierung des angeschlagenen europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS hat jetzt möglicherweise auch personelle Folgen: Strategie-Vorstand Jean-Paul Gut erwägt nach Informationen der französischen Handelsblatt-Partnerzeitung „La Tribune“ seinen Rücktritt. Unter der Hand werden zudem Zahlen zur Airbus-Sanierung bekannt.

ali/saf/ebe/HB BERLIN/NEW YORK/PARIS. „La Tribune“ beruft sich auf Informationen aus Guts Umfeld, denen zufolge der enge Vertraute von EADS-Co-Chairman Arnaud Lagardère vom deutsch-französischen Dauerstreit entnervt sei.

Bei einem Treffen in der Nähe von Berlin wollen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Jacques Chirac am Freitag über die Verteilung der Technologiekompetenzen zwischen Deutschland und Frankreich bei der EADS-Sanierung sprechen. Die Bundesregierung rechnet damit, dass im Rahmen des Sparprogramms „Power 8“ bei der EADS-Tochter Airbus mehrere Werke verkauft werden. Nach Informationen aus Regierungskreisen in Berlin stehen vor allem die Standorte Nordenham und Varel auf der Verkaufsliste. In den beiden Werken arbeiten knapp 3 600 Beschäftigte. Insgesamt sind etwa 10 000 Arbeitsplätze in Frankreich, Deutschland, Spanien und Großbritannien durch die Sparmaßnahmen gefährdet.

EADS gab am Donnerstagabend bekannt, in den nächsten Tagen einen Beschluss über das Airbus-Sparprogramm fassen zu wollen. „Um Ende Februar herum“ sei mit einer Entscheidung zu rechnen, sagte EADS-Sprecher Michael Hauger in München. Er widersprach Medienberichten, wonach die Bekanntgabe des Sanierungsprogramms „Power 8“ in direktem Zusammenhang mit der Bilanzpressekonferenz stehe, die am 9. März stattfindet. Hauger betonte, das Board of Directors von EADS habe bereits am 19. Februar mitgeteilt, in den nächsten Tagen weiter zu beraten. „Alles Weitere ist Spekulation“, sagte der Konzernsprecher. EADS hatte ursprünglich für den 20. Februar die Bekanntgabe zum Airbus-Sanierungsplan „Power 8“ angekündigt, den Termin aber kurzfristig abgesagt.

Entspannung winkt EADS indes auf dem lukrativen US-Verteidigungsmarkt. Der Stabschef der US-Luftwaffe, General Michael Moseley, ließ erstmals durchblicken, dass Airbus beim anstehenden Großauftrag zur Erneuerung von Tankflugzeugen zum Zuge kommen dürfte. „Ich denke, es wird am Ende auf eine gemischte Flotte hinauslaufen“, sagte Moseley vor Journalisten in New York. Bisher galt Boeing als klarer Favorit. Die Air Force hat in einem ersten Schritt 179 neue Tank-Jets im Wert von rund 40 Mrd. Dollar ausgeschrieben.

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