Streitbarer Wissenschaftler: Bilanzpapst, Berater und Kommentator

Streitbarer Wissenschaftler
Bilanzpapst, Berater und Kommentator

Karlheinz Küting hat sich nicht nur an der Universität zu Saarbrücken einen Namen gemacht, die Meinung des Professors wird auch in Politik und zahlreichen Unternehmen geschätzt. Heute wird Küting 65 Jahre alt. Die Koryphäe der Universität Saarbrücken geht nicht in Rente, sondern gründet ein Institut.

MARL. Seinen Gast führt er ins Vorzimmer zu seinem Büro. Den Raum beherrscht ein deckenhohes Regal, vollgepackt mit betriebswirtschaftlichen Werken und Zeitschriftenreihen in dicken Einbänden: Aufsätze, Bücher und Kommentare, die er, Karlheinz Küting, geschrieben oder an denen er mitgearbeitet hat – so etwas wie eine Triumphwand des BWL-Professors. „Und wo Küting draufsteht, ist auch Küting drin“, sagt der Mann mit dem sportlich frisierten, grauen Haar auf seine erfrischend direkte Art – und grenzt sich von jenen Professoren ab, die nur allzu gern Werke ihrer Assistenten mit dem eigenen Namen zieren.

Karlheinz Küting sagt gerne und klar seine Meinung. Und die wird nicht nur an der Universität von Saarbrücken gehört, wo er sich als Professor für Betriebswirtschaftslehre und Direktor des Instituts für Wirtschaftsprüfung einen Namen gemacht hat, sondern im gesamten Land: Küting ist der Bilanzpapst. Er berät die Finanzvorstände von Deutscher Telekom, Deutscher Post, VW und des Software-Unternehmens SAP. Sein Rat ist in der Politik geschätzt, kürzlich kämpfte er im Bundestag für eine konservative, dem Gläubigerschutz verpflichtete Bilanzierung. Im westfälischen Velen betreibt Küting das größte deutsche Ausbildungszentrum für Konzernrechnungslegung. Und er arbeitet eng mit dem Handelsblatt zusammen, wo er gerne mal kommentiert und im Firmencheck die Bilanzen durchleuchtet.

An diesem Freitag wird Karlheinz Küting , der Autor, Berater und Universitätsprofessor, 65 Jahre alt. Kein Grund für den streitbaren Wissenschaftler, sich auf ein ruhiges Rentnerleben zurückzuziehen.

Ende März wird er seine Posten als BWL-Professor und Direktor des Instituts für Wirtschaftsprüfung abgeben. Aber er will im Geschäft bleiben. Gemeinsam mit seinem Freund und langjährigen Mitstreiter in Saarbrücken, Professor Claus-Peter Weber, mit dem er manch dickes Bilanzierungskompendium verfasst hat, gründet er das Zentrum für Bilanzierung und Prüfung.

„Wir arbeiten an der Neuauflage unserer Standardwerke und wollen Stellungnahmen zum neuen Bilanzrecht abgeben“, umreißt er die Arbeit des neuen Instituts, das er mit zehn Mitarbeitern in Räumen der Universität Saarbrücken hat. Und der Mann, der den renommierten Dr.-Kausch-Preis der Universität St. Gallen erhielt, arbeitet weiter als Berater für große Konzerne. Küting, der beruflich gerne reist („Ich bin ein guter Kunde der Lufthansa“) und privat am liebsten nach Rügen fährt und nach Mallorca fliegt, wo sein Freund Weber ein Feriendomizil besitzt, ist eigentlich ein bodenständiger Mensch.

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