Stromübertragungs-Sparte
Siemens löst glücklosen Chef ab

Siemens hat einen neuen Leiter für seine Stromübertragungs-Sparte gefunden. Damit reagiert der Elektrokonzern auf Probleme bei der Anbindung der Nordsee-Windparks ans Stromnetz.
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MünchenStühlerücken bei Siemens: Der Elektrokonzern hat am Dienstag personelle Konsequenzen aus den Problemen bei der Anbindung der Nordsee-Windparks ans Stromnetz gezogen und den zuständigen Manager Udo Niehage abgelöst. Neuer Leiter der Stromübertragungs-Sparte mit über sechs Milliarden Euro Jahresumsatz ist von nächstem Dienstag (1. Mai) an Karlheinz Springer.

In der Kraftwerkssparte habe er „sich als Manager bewährt“, sagte Siemens-Energievorstand Michael Süß und fügte hinzu: „Seine Erfahrungen in der Projektleitung und Projektabwicklung werden ihm bei seiner neuen Aufgabe hilfreich sein.“

Siemens hinkt bei der Anbindung der Windparks vor Helgoland und Borkum ans deutsche Stromnetz dem Zeitplan hinterher und hat deshalb schon im ersten Quartal gut 200 Millionen Euro abschreiben müssen. Bei der Vorlage der Konzernbilanz für das zweite Quartal am Mittwoch dürfte Vorstandschef Peter Löscher nach Erwartung der Analysten über einen weiteren Verlust in dieser Sparte berichten.

Weil auch die Sanierung der Telefonnetz-Tochter Nokia Siemens Networks (NSN) den Konzern viele hundert Millionen Euro kostet, erwarten die Experten eine Senkung der Gewinnprognose für das Gesamtjahr von sechs auf 5,0 bis 5,5 Milliarden Euro.

Der promovierte Elektroingenieur Niehage hatte nach einer Karriere beim Konkurrenten ABB seit vier Jahren an der Spitze der Stromübertragungs-Sparte von Siemens gestanden. Der 57-Jährige soll künftig das Berliner Verbindungsbüro von Siemens übernehmen und das Thema Energiewende im Dialog mit Politik und Verbänden betreuen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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