Stuart Rose soll Marks & Spencer retten
Ein Finanzprofi bei Englands Karstadt

Stuart Rose soll Marks & Spencer retten. Keine einfache Aufgabe. Denn die Lage des britischen Handelskonzerns ist prekär.

LONDON. Sinneseindrücke zählen für Stuart Rose genauso viel wie nackte Zahlen. „Ich schaue mich um, rieche und fasse an.“ So beschrieb Rose seine ersten Amtshandlungen, als er Mitte dieses Jahres den Chefposten bei Marks & Spencer übernahm. Da marschierte der 55-Jährige mit dem stets exakt gescheitelten grauen Haar in mehrere Filialen des britischen Kaufhauskonzerns.

Was er dort sah, gefiel ihm wenig: Mode, die nur noch wenig Käufer findet; ein Angebot, das so üppig ist, dass selbst der Chef kaum noch den Überblick behalten kann. Das macht die 110 Jahre alte Marke M&S zum Karstadt Großbritanniens: Wie die Kollegen in Deutschland hielten die Marks & Spencer-Manager zu lange an alten Rezepten fest. Zwar ist M&S anders als Karstadt noch profitabel. Doch der Umsatz geht beständig zurück.

Prekär ist deshalb die Lage, in der Rose heute erstmals Halbjahreszahlen vorlegt. Analysten befürchten, dass die schlechte Konsumstimmung Marks & Spencer noch schlimmer trifft als die britische Bekleidungsbranche insgesamt. Das ist schlecht für ein Unternehmen, das wegen seiner Schwäche um seine Eigenständigkeit fürchten muss. Zwar hat der erfahrene Handelsmanager Rose den Wandel des Traditionskonzerns eingeleitet. Doch noch lassen die Erfolge auf sich warten.

Dabei hatte es so gut angefangen für Rose. Anfang Juni kürte ihn M&S zum General in der Schlacht gegen Philip Green, den britischen Handelsmagnaten. Green bereitete ein Angebot über knapp neun Milliarden Pfund (12,9 Milliarden Euro) zur feindlichen Übernahme von Marks & Spencer – Umsatz 2003/04 11,7 Milliarden Euro – vor. Doch Rose kam, sah und siegte. Er überzeugte die Aktionäre von M&S von seinem Konzept und wies Green erfolgreich zurück. Damit hatten in London nur wenige gerechnet.

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