Studentenzeit verbrachte er mit seinem Freund Bill Gates
Star in der Midlife-Krise

Eigentlich ist es egal, wie groß der Raum ist, Steve Ballmer füllt ihn aus. Da spielt es keine Rolle, ob das glatzköpfige Energiebündel als Rumpelstilzchen über die riesige Bühne in einer Sportarena wirbelt und 10 000 Mitarbeitern seine einfache Botschaft einpeitscht: „Wachstum, Wachstum, Wachstum!“

FRANKFURT. Oder, ob er – wie vor kurzem – auf Einladung des Verlegers Hubert Burda („Focus“, „Bunte“, „Elle“) zu einem Abendessen im Münchener Stadtteil Bogenhausen eintrifft, um für den Konzern gut Wetter zu machen. Da zieht er BMW-Chef Helmut Panke, einziger Deutscher im Aufsichtsrat von Microsoft, Adidas-Boss Herbert Hainer sowie Bahn-Chef Hartmut Mehdorn in seinen Bann.

Und Ballmer gibt launig Anekdoten aus seiner Studentenzeit in Harvard mit seinem Freund Bill Gates zum Besten: „Während Bill damals an irgendwelchen seltsamen Programmen von kleinen Computern tüftelte, habe ich noch fleißig für die Studentenzeitung geschrieben“, erzählt er von den Anfängen des weltgrößten Softwarekonzerns.

Aber das ist drei Jahrzehnte her. Bill Gates ist heute der reichste Mann der Welt, Microsoft der größte Softwarekonzern und Steve Ballmer seit nunmehr fünf Jahren dessen Vorstandschef und mit einem 4,9-Prozent-Anteil an Microsoft ebenfalls ohne Geldsorgen.

Und doch sind für den bullig wirkenden Ballmer Auftritte wie in München im Kreise von Topkunden notwendig. Denn es läuft nicht alles so, wie es der Topverkäufer von Microsoft gewohnt ist. Vor allem die Internetkonkurrenz von Google & Co. macht ihm zu schaffen. Deshalb kündigt er jetzt eine neue Strategie an. Zusatzdienste für die Programme Windows und Office will er per Abruf über das Internet verkaufen.

Jedoch nicht nur das Internet bereitet ihm Sorgen. Das US-Wirtschaftsmagazin „Forbes“ sprach vor kurzem von der „Midlife-Crises“ des Softwaregiganten.

Um den Ruf des Konzerns aus Redmond steht es nicht zum Besten – wieder einmal. Seit rund einem Jahr streitet Microsoft mit der EU in Brüssel in einem Kartellverfahren. Und immer wieder muss sich Microsoft für die „fast unanständigen Gewinnspannen“, so ein Wettbewerber, im Bereich des Betriebssystems Windows und der Bürosoftware Office rechtfertigen.

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