Studie
Autohäuser wollen durch Mehr-Marken-Vertrieb wachsen

Jede zweite Autohausgruppe in Deutschland und der Schweiz will in den kommenden zehn Jahren durch Übernahmen wachsen. Insgesamt gehen die Unternehmen davon aus, bis zum Jahr 2015 ihre Umsätze um 53 Prozent zu steigern. Dies bedeutet angesichts eines weiterhin stagnierenden oder schwach zunehmenden Gesamtmarktes eine deutliche Zunahme der Unternehmensgrößen.

Für eine gemeinsame Studie befragten KPMG und die FH Gelsenkirchen (Center Automotive Research) über 110 Geschäftsführer und Inhaber von Autohandelsunternehmen in Deutschland und der Schweiz. Den Aussagen der Geschäftsführer zufolge soll die durchschnittliche Umsatzrendite im gleichen Zeitraum von heute 0,3 bis 0,8 Prozent auf 2,4 Prozent deutlich steigen. Die größten Steigerungsrate weisen so genannte Megadealer (über 1 Milliarde Euro Umsatz) auf. Ihr Anteil am Fahrzeugverkauf in Deutschland wird in den nächsten zehn Jahren rund 200 Prozent steigen.

Der Anteil der großen Gruppen (250 Millionen bis 1 Milliarde Euro Umsatz) wird im selben Zeitraum um 36 Prozent zulegen. Klarer Verlierer ist der kleine Autohausbetrieb (unter zehn Millionen EUR Umsatz). Sein Marktanteil wird von heute 45 Prozent auf 29 Prozent in 2015 zurückgehen. Die Analysten sehen voraus, dass Autohäuser im Jahr 2015 mehrere Marken vertreiben. Das Mehr-Marken-Autohaus gewinne an Bedeutung. Mit der neuen Gruppenfreistellungsverordnung habe in Deutschland der Trend zum Mehr-Marken-Händler eingesetzt.

Bis zum Jahr 2015 werden der Studie zufolge nur noch 45 Prozent aller Autohäuser als klassische Ein-Marken-Autohäuser operieren. Der klare Trend geht zu Autohäusern, die zwischen zwei und vier Marken in ihrem Betrieb führen. "Die neue Gruppenfreistellungsverordnung ermöglich den Autohäusern, zeitweise Schwächen von Marken durch Mehr-Marken-Vertrieb entgegenzuwirken", erklärt Peter Wiegand, Partner im Bereich Advisory bei KPMG. Interessierte finden die Studie auf der Homepage von KPMG als Download.

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