Studie der Prognos AG
Familienfreundlichkeit hilft Betrieben

Unternehmen können durch familienfreundliche Maßnahmen für ihre Betriebsangehörigen erhebliche Kosten sparen. Das ist das Ergebnis einer Kosten-Nutzen-Analyse, die Familienministerin Renate Schmidt (SPD) in Auftrag gegeben hatte und am Dienstag in Berlin vorstellte.

HB/dpa BERLIN. Wie die Prognos AG in ihrer Studie „Betriebswirtschaftliche Effekte familienfreundlicher Maßnahmen“ herausgefunden hat, übersteigt der Nutzen die Investitionen, die beispielsweise für Betriebskindertagesstätten oder Teilzeitarbeitsplätze anfallen.

Für ein Modell-Unternehmen mit 1500 Beschäftigten hat Prognos den Nutzen wie folgt berechnet: Einem Aufwand von 300 000 € für familienfreundliche Maßnahmen steht letztlich eine Kosteneinsparung von 375 000 € gegenüber.

„Schon heute bedeuten weniger Kinder weniger Wohlstand“, beklagte Schmidt mit Blick auf die Wirtschaftslage in Deutschland. Sie will es Eltern leichter machen, Familie und Beruf zu vereinbaren. Die Kosten für Familienfreundlichkeit liegen deutlich niedriger als die für Erziehungszeiten, Wiedereingliederung oder Neubesetzung einer Stelle.

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt reagierte positiv auf das Ergebnis der Studie. Vor allem auf Grund der demographischen Entwicklung sei eine verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf dringend erforderlich, sagte er. Auch Hundt befürwortet den Ausbau der Kinderbetreuung und eine flexiblere Gestaltung der Arbeitszeit. Als Beispiel nannte er die Telearbeit. Dabei haben Mitarbeiter die Möglichkeit, ihre Arbeit per Computer von zu Hause aus zu erledigen. Von der Bundesregierung verlangte Hundt, für mehr Kindergartenplätze und mehr Ganztagsschulen zu sorgen.

Der Präsident des Deutschen Industrie und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, sagte zu der Studie, in der Konkurrenz um hoch qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fließe Familienfreundlichkeit zunehmend in betriebswirtschaftliche Überlegungen der Unternehmer ein. Die Palette an Möglichkeiten, Stresssituationen bei Mitarbeitern mit Familienaufgaben abzubauen, sei „bunt - von der flexiblen Arbeitszeitgestaltung bis zur Unterstützung eines Wiedereinstiegs nach der Familienpause“.

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