Studie der University of Texas in Austin
Mama macht Karriere, und das ist gut so

Eine Studie belegt, was Franzosen schon lange wissen: Kinder berufstätiger Mütter entwickeln sich genauso gut wie die von Hausfrauen.

Kinder oder Karriere – mit Sicherheit gehört diese Frage zu den schwierigsten, die sich gut ausgebildete Frauen hier zu Lande irgendwann stellen. Und wenn sie sich dann nach reiflicher Überlegung nicht allein für den Aufstieg in der Firmenhierarchie entscheiden, sondern auch noch zusätzlich für ein süßes, aber anspruchsvolles Wesen mit großen Augen, folgt ihnen fortan das schlechte Gewissen wie ein Schatten.

Egal, wie gut der Balanceakt zwischen Gewinnermittlung und Legotürmen organisiert ist, die Angst bleibt: Dass das Kind zu kurz kommt, weil Mami nicht nur Windeln wechseln mag, sondern auch noch den Markt aufrollen – und vor allem ihre eigene, wirtschaftliche Unabhängigkeit in immer unsichereren Zeiten bei steigenden Scheidungsquoten sichern möchte. Die ewige Furcht: Dass die Kleinen in der Entwicklung anderen Kindern, deren Mütter zu Hause bleiben, hinterherhinken. Arbeitenden Müttern macht es die Umwelt schwer und konfrontiert sie laufend mit dem Vorurteil – dass sie Rabenmütter sind.

Doch eine Studie der University of Texas in Austin widerlegt die gerade in Deutschland so verbreitete Bindungstheorie: Kleinkinder müssen eben nicht die ersten Lebensjahre ständig an der Mutter hängen, um sich gut zu entfalten. In der amerikanischen Studie wurde die soziale und geistige Entwicklung von Kindern in den ersten 36 Monaten untersucht. Das Ergebnis: Es ließen sich keine Kompetenzunterschiede zwischen Kindern arbeitender Mütter und Hausfrauen feststellen.

„Für die Entwicklung eines Kindes zählt die Qualität der Betreuung und nicht die zeitliche Quantität“, lautet das Fazit von Aletha Huston, Mitautorin der Studie. „Ob Kinder glücklich aufwachsen, hängt nicht davon ab, ob Mütter erwerbstätig sind oder nicht“, bestätigt Ursula van der Leyen, Familienministerin in Niedersachsen. Sie selbst bringt eine politische Karriere und gleich sieben Kinder unter einen Hut. „Entscheidend ist, ob die Eltern zufrieden mit ihrer Lebensperspektive sind – dazu gehört natürlich auch der Beruf – und ob sie die Zeit mit den Kindern aufmerksam und zugewandt verbringen“, so die studierte Ärztin.

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