Studie
Deutsche Firmenchefs müssen mehr leisten

Eine Studie zeigt es: In Deutschland muss gut jeder zweite Firmenchef aufgrund schlechter Leistung seinen Hut nehmen. Demnach scheint es in der deutschen Arbeitswelt rigider zuzugehen als in vielen anderen Ländern.

HB FRANKFURT. „Die Zeiten des Vorstandsvorsitzenden auf Lebenszeit sind endgültig vorbei“, resümierte die Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton in einer am Montag veröffentlichten Studie. Insgesamt habe sich die Zahl leistungsbedingten Abgänge von 1995 bis 2005 weltweit mehr als vervierfacht. Im deutschsprachigen Raum habe 52 Prozent der ausgeschiedenen Chefs eine unzureichende Leistung den Job gekostet, international sei es rund ein Drittel gewesen. Rechne man Amtsverluste im Zuge von Fusionen und Übernahmen hinzu, hätten im vergangenen Jahr sogar 69 Prozent der ausgeschiedenen Top-Manager in den deutschsprachigen Ländern ihren Posten unfreiwillig geräumt. Im vergangenen Jahr hatte unter anderem Werner Seifert seinen Hut als Chef der Deutschen Börse nehmen müssen. Christoph Achenbach war als Karstadt-Quelle-Chef zurückgetreten, und bei dem Logistikunternehmen Thiel räumte Klaus Eierhoff seinen Posten an der Firmenspitze.

Firmenchefs immer jünger

Booz Allen Hamilton zufolge lag die Fluktuation unter Firmenlenkern rund um den Globus 2005 bei 15,3 Prozent - damit verließ fast jeder siebte Vorstandschef sein Unternehmen. Grund sei zum einen die stärkere Leistungsorientierung, hieß es. Zum anderen griffen die Regelungen zur guten und transparenten Unternehmensführung (Corporate Governance) stärker. Hierdurch können Anteilseigner mehr Druck auf das Management und den Aufsichtsrat ausüben, falls sie mit Strategie oder Ergebnissen nicht zufrieden sind. „Die weltweite Fluktuationsquote pendelt sich in den kommenden Jahren bei 16 Prozent ein“, prognostizierte Booz Allen Hamilton. Überdies werden Top-Manager der Studie zufolge im deutschsprachigen Raum immer jünger. Neu berufene Konzernlenker seien mittlerweile im Schnitt nur noch knapp 46 Jahre alt. 2003 waren es noch bei 52 Jahren gelegen. „Das heißt, eine komplett neue Generation gelangt in Deutschland in die Führungsposition“, hieß es.

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