Studie
Die Preise in Europa gleichen sich langsam an

Während Kritiker immer noch die negativen Auswirkungen des Euro debattieren, belegt ACNielsen jetzt in einer neuen Studie, dass es seit der Einführung der gemeinsamen Währung innerhalb der einzelnen Mitgliedsländer wie auch EU-weit zu einer Preisangleichung kommt. Am günstigsten kommt man beim Befüllen eines Warenkorbs nach wie vor in Deutschland weg.

In der Erhebung untersucht das Marktforschungsinstitut die Entwicklung anhand eines Warenkorbs aus 160 identischen internationalen Markenprodukten aus dem Lebensmittel- und Nearfood-Bereich, die in 15 europäischen Märkten - in Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Niederlande, Österreich, Portugal, Spanien, Norwegen, Schweden und Schweiz - verkauft werden. Dabei bindet die Studie über 25 000 Lebensmittelgeschäfte, Super- und Hypermärkte in die Auswertung ein.

Wie die Marktforscher resümieren, ist das günstige Preisniveau der letzten Jahrzehnte in Deutschland auf die große Dichte an Discountern zurückzuführen. Bei den teuersten Ländern gab es seit 2003 einen Platztausch: Mussten Verbraucher noch vor zwei Jahren in Dänemark die höchste Summe für Markenprodukte ausgeben, kostet das Sortiment heute in Norwegen am meisten, und das immerhin 42,5 Prozentpunkte mehr als in Deutschland.

Die größten Preisdifferenzen innerhalb eines Landes ermittelten die Forscher in Schweden. Hauptsächlich infolge des wachsenden Konkurrenzdrucks beobachten sie jedoch auch hier eine Angleichung. Während sie 2003 noch ein Unterschied von 52 Prozent verzeichneten, sind es 2005 nur noch 44 Prozent. Am anderen Ende der Skala positionieren sie Großbritannien und Frankreich: Hier stellten sie mit 15 beziehungsweise 12 Prozent die geringsten Preisunterschiede fest.

"Selbstverständlich gibt es für jedes einzelne Land ganz spezifische Faktoren, die Einfluss auf die Preisentwicklung nehmen -- beispielsweise Steuern, geografische Gegebenheiten, Transportkosten oder die Höhe der Mieten für Ladengeschäfte", erklärt Frank Martell, CEO ACNielsen Europa.. "Trotzdem ist abzusehen, dass sich die Preise weiter annähern werden, wenn auch nicht mehr im gleichen Tempo wie in den ersten drei Euro-Jahren."

www.acnielsen.de

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