Studie macht sechs Typen versteckter Kosten aus
Der Katzenjammer nach dem Outsourcen

Auslagern fürs Kostensparen entpuppt sich immer häufiger als Milchmädchenrechnung.

Die Nachrichten der vergangenen Monate sind vielen Mitarbeitern der Deutschen Bank kräftig auf den Magen geschlagen. Anfang des Jahres hatte das Kreditinstitut den Betrieb seines Rechenzentrums an den Dienstleister IBM übertragen, samt 1 000 Mitarbeitern. Der erste Schreck war kaum verdaut, begann schon die nächste Outsourcing-Runde. 150 Mitarbeiter aus der Personal-Softwareentwicklung wechseln zum Dienstleister Accenture. Und die Bankmanager fahnden nach weiterem Sparpotenzial, „in allen Geschäftsbereichen“, heißt es in Frankfurt. Das Ziel bis 2005: 10 000 Stellen abzubauen. Soweit der Plan.

Seit die Deutsche Bank vorgeprescht ist, sind die Dämme gebrochen. Kaum ein Tag vergeht ohne eine neue Meldung, dass ein Konzern seine IT teilweise oder ganz auslagern will. Die Versprechen klingen zu verlockend: Um 30 Prozent könnten die Kosten für den Betrieb der IT sinken, behaupten Outsourcing- Dienstleister wie die Platzhirsche EDS und IBM. Kostengeplagte Manager glauben das nur zu gern.

Ihre Versprechen halten können die Dienstleister aber nur selten, warnen immer mehr Beobachter. Die erhoffte Kostensenkung erweist sich oft schon in den ersten Monaten des Projekts als Illusion. In zwei Dritteln der europäischen Unternehmen gelten die Projekte schon für gescheitert, ergab eine Umfrage des US-Marktforschers Gartner.

Berater wundert der Katzenjammer der Manager nicht. „War die IT-Abteilung gut geführt, kann die Produktivität nach dem Outsourcing nie um ein Drittel steigen“, urteilt der Kölner Unternehmensberater Klaus Leciejewski, der die IT-Strategien der 130 größten deutschen Unternehmen erforscht hat.

Denn selbst wenn das Outsourcing die Kosten für die IT drückt, enden die Projekte oft als Reinfall. Die Ursache: Versteckte Kosten lassen die Einsparungen verpuffen. „Am Ende kostet die ausgelagerte IT das Unternehmen sogar oft mehr als zuvor“, warnt auch Alfons Niebuer, Vorstand der Düsseldorfer Unternehmensberatung SMP. Die zusätzlichen Ausgaben entstehen hier: Erstens kostet die Übergabe der IT an einen Dienstleister viel Geld. Bevor die Auslagerung überhaupt abgeschlossen ist, werden große Summen für die Abwicklung des Geschäfts fällig. Zweitens kann sich ein Unternehmen nicht der ganzen Verantwortung entledigen. Es muss den Dienstleister kontrollieren und dessen Arbeit nachbessern. „Die Wahrscheinlichkeit, dass sie genau das kriegen, was sie wollen, ist äußerst gering“, hat Niebuer beobachtet. In einer Studie hat der Berater sechs Typen versteckter Kosten ausgemacht, die Outsourcing-Projekte verteuern und scheitern lassen.

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