Studie
Mitarbeiter sind oft das größte Sicherheitsrisiko

Ein paar Kreppbandstreifen unter der Decke weckten den Verdacht von Andy H. Als der Mitarbeiter des Bahnhofsbuchhandels Stilke am Hamburger Hauptbahnhof diese eines Tages im April näher überprüfte, entdeckte er eine winzige Kamera. Sein Chef beobachtete die Räume, in denen die Mitarbeiter Pause machten und sich umzogen.

DÜSSELDORF Ganz so auffällig wie die Buchhandelskette gehen die meisten Unternehmen nicht vor, wenn sie ihren Mitarbeitern auf die Finger schauen. Dass Unternehmen ihren Beschäftigten gegenüber aber zunehmend misstrauischer werden, belegt eine Internet-Trendumfrage der Unternehmensberatung Mummert Consulting in Hamburg.

Besonders was die Mitarbeiter am Computer treiben, interessiert immer mehr Vorgesetzte. Heute werden fast zwei von fünf Arbeitnehmern an ihrem PC-Arbeitsplatz überwacht, 2003 war es erst jeder dritte. Dabei überrascht, dass ein immer größerer Teil der Menschen diese Spionage-Maßnahmen akzeptiert. 56 Prozent der Bespitzelten haben Verständnis dafür, dass ihr Unternehmen mit Überwachungsprogrammen arbeitet.

Zu diesen Programmen gehört nicht nur Software wie Surf Control, die verhindert, dass bestimmte, zum Beispiel pornografische Internetseiten, angesurft werden. Auch Software wie Key Ghost, die es erlaubt, jeden Tastaturanschlag nachzuvollziehen, oder eine Anwendung wie PC Spion, die wie ein Film mitschneidet, was jemand den ganzen Tag lang am Rechner treibt, sind immer beliebter.

Sicher lehnen immer noch viele Mitarbeiter und Betriebsräte diese Computerprogramme als Werkzeug der Verhaltenskontrolle ab. „Diese Art Programme haben das Potential, das Betriebsklima in der Arbeitswelt zum Negativen umzuwälzen,“ warnt Helmut Bäumler, Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig Holstein.

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