Studie: Unternehmensberatung
Mitten im Kerngeschäft des Managers

Manager müssen heute mehr Aufgaben bewältigen als früher. Ausschlaggebend ist dabei, dass die Führungsetagen gestrafft und die Tätigkeiten somit von weniger Personal übernommen werden müssen. Unternehmensberater profitieren dadurch vom Abbau der Hierarchien in Firmen – und von der Überlastung der Führungskräfte.

DÜSSELDORF. Er soll motivieren, Visionen entwickeln, Märkte genau beobachten, das Unternehmen in der Öffentlichkeit vertreten, Projekte vorantreiben: Der Job des Managers vereint heute so viele Rollen, dass Wissenschaftler schon von "role overload“ sprechen und manche Führungskraft zumindest hinter vorgehaltener Hand die Belastung beklagt.

Ein Grund für diese Belastung ist: "Die typischen Aufgaben des Managements sind heute auf weniger Schultern verteilt“, beobachtet Ansgar Richter, Professor an der European Business School (EBS) in Oestrich-Winkel. Denn in vielen Firmen sind Managementposten in der zweiten und dritten Reihe massiv abgebaut worden und die Hierarchien mittlerweile sehr flach.

Diese Entwicklung bringt einer speziellen Profession blühende Geschäfte: den Managementberatern. Mit Raten zwischen zehn und 20 Prozent wachsen die Consultinggesellschaften derzeit, der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater rechnet in diesem Jahr mit einem Rekordumsatz von 16,3 Mrd. Euro. Vor allem das Geschäft mit Strategie- und Wachstumsprojekten brummt.

Das Handelsblatt und die EBS wollten es genauer wissen und fragten bei den Chefs von 365 deutschen Unternehmen nach: Warum und für welche Aufgaben in Strategieprojekten engagieren sie Berater? Und auf welchen Kriterien fußt die Entscheidung für eine Beratungsfirma?

Erstes Kernergebnis: Manager greifen verstärkt auf Berater zurück, weil sie spezielles Wissen für Entscheidungen brauchen und dieses in der eigenen Firma nicht – oder nicht mehr – vorfinden. Viele sehen sich nicht in der Lage, passendes internes Personal für die Ausführung wichtiger Projekte zu rekrutieren.

Managern wird oft vorgeworfen, nur deswegen Berater zu engagieren, damit sie ihre eigenen und oft harten Entscheidungen besser legitimieren können – etwa beim Stellenabbau. Den Ergebnissen der EBS-/Handelsblatt-Studie zufolge spielt dieses Motiv durchaus eine Rolle, allerdings eine eher untergeordnete.

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