Studie
US-Unternehmen managen am besten

Globalisierung wirkt sich nicht nur positiv auf den Absatz aus, sondern auch auf das Management: Während Unternehmen aus den USA qualitativ am besten geführt werden, schließen nicht nur allmählich andere Länder auf, es zeigt sich auch, dass die Führungskräfte von auf dem Weltmarkt aktiven Firmen offenbar an ihren Aufgaben wachsen.

DÜSSELDORF. US-amerikanische Firmen werden im weltweiten Vergleich noch immer am professionellsten gemanagt. Doch die Top-Konzerne in Boomregionen wie Indien haben die Qualität ihrer Führung deutlich verbessert. Dies zeigt eine neue weltweite Studie, die mehrere renommierte Universitäten gemeinsam mit der Unternehmensberatung McKinsey erstellt haben.

Ihr Kern lautet: Ganz unabhängig von der Branche schneiden Unternehmen in Sachen Managementqualität und Ergebnissen immer dann gut ab, wenn sie sich auf dem Weltmarkt bewegen, harter Konkurrenz ausgesetzt sind und stark in die Aus- und Weiterbildung ihrer Manager und Belegschaften investieren.

Rund 4 000 Unternehmen haben sich Forscher des Centre for Economic Performance der London School of Economics (LSE) und der amerikanischen Stanford University näher angeschaut. Sie befragten Führungskräfte aus den Firmen und klopften die Managementsysteme darauf ab, ob sie modernen und von Forschung und Beratung empfohlenen Standards entsprechen. Dabei ging es darum, wie gut die Firmen ihre Fertigung im Griff haben, wie gut sie die Leistung steuern und kontrollieren und ob sie ihre Talente systematisch fördern. Dem stellten die Forscher Profitabilität und Wachstum der jeweiligen Firma gegenüber.

Schon dabei zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang: Gut verdienende und schnell wachsende Firmen erreichen in allen drei Kategorien die meisten Punkte. Und sie sind vor allem in den USA zu finden: Die Amerikaner erreichten den Spitzenplatz, dort werden nicht nur ein paar Top-Konzerne gut geführt, sondern die Masse der Unternehmen, heißt es in der Untersuchung.

Anders ist dies in den aufstrebenden Regionen der Welt: „Die typische indische Durchschnittsfirma wird schlecht gemanagt“, beobachtet Nick Bloom, Professor an der Stanford University. Deswegen liegt das Land in Sachen Managementqualität noch unter dem Schnitt in etablierten Wirtschaftsnationen. Allerdings: Nimmt man nur das obere Drittel der indischen Firmen, so erreichen sie einen besseren Punktschnitt als alle britischen Firmen, ergänzt Bloom.

Deutsche Unternehmen landen in der Gesamtwertung auf dem vierten Platz, mit minimalem Abstand zu schwedischen und japanischen. Aus Sicht der Forscher überzeugen die Deutschen vor allem dadurch, dass sie Prozesse beherrschen und die Fertigung vorbildlich organisieren. Hingegen haben sie im Personalmanagement und bei der Förderung von Talenten gegenüber US-Konkurrenten Nachholbedarf – denn das ist die Stärke von Firmen aus dem angloamerikanischen Raum.

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