Studie
Woanders geht's Familienunternehmen besser

Eine Studie wirft ein schlechtes Licht auf den Standort Deutschland. Die Bundesrepublik bietet demnach ihren Familienunternehmen nur mittelmäßige Bedingungen. Selbst so mancher osteuropäische Staat sieht da besser aus. Und Deutschland droht, noch weiter abzusacken.

FRANKFURT. Die Rangliste überrascht: Großbritannien, die USA, Irland, Schweiz und Tschechien. Diese fünf Länder bieten Familienunternehmen die freundlichsten Rahmenbedingungen. Deutschland folgt erst auf Platz elf - unter 14 überwiegend europäischen Ländern (Ausnahme: USA), die das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag der Stuttgarter Stiftung Familienunternehmen unter die Lupe genommen hat.

"Dieses Ergebnis zeigt, dass Deutschland im Begriff ist, den internationalen Anschluss zu verlieren", mahnt der Stiftungs-Gründer und-Vorstand, der Stuttgarter Rechtsanwalt Brun Hennerkes. -Hagen "Wir dürfen unsere Wirtschaftspolitik nicht primär an den Konzernen ausrichten, sondern müssen dafür sorgen, dass sich die Standortfaktoren für unsere international agierenden Familienunternehmen verbessern", fordert er.

Nach Einschätzung der Stiftung gibt es in Deutschland 12 000 bis 13 000 Unternehmen dieser Kategorie von teilweise beachtlicher Größe. Etliche von ihnen sind in ihren Nischen sogar Weltmarktführer. "Dort werden deutlich mehr Arbeitsplätze geschaffen als in den Dax-Gesellschaften", unterstreicht Hennerkes ihre volkswirtschaftliche Bedeutung.

Werner Utz, Vorstandsvorsitzender der seit 1997 börsennotierten Ulmer Uzin Utz AG und Familienunternehmer in der dritten Generation, bestätigt die Kernaussage des Gesamt-Rankings aus eigener Erfahrung: "Wir verdienen am meisten in der Schweiz, in Großbritannien und Tschechien." Uzin produziert in Deutschland Bauchemie und Bearbeitungsmaschinen für die Fußbodenverlegung, die über 47 Töchter und Beteiligungen weltweit vertrieben werden. "Unsere erste Frage ist natürlich immer: Wie interessant ist der Markt?" relativiert er ein wenig die Bedeutung der Rangliste bei unternehmerischen Entscheidungen.

Die Länder-Bewertung hat allerdings noch eine zweite Stoßrichtung: die Wirtschaftspolitik. Um ihre Auswirkungen im Zeitablauf sichtbar zu machen, soll der Index jährlich aktualisiert werden. Im ersten Durchgang wurden die Themenfelder Arbeit, Steuern, Regulierung und Finanzierung bewertet. ZEW-Studienleiter Friedrich Heinemann erklärt, warum nicht Niedrigkostenländer an der Spitze der Skala liegen: "Wir haben uns bemüht, alle Kriterien einzubeziehen und angemessen zu gewichten, die für die Unternehmen wichtig sind."

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