Suche nach neuem Chef beendet
GSW entscheidet sich für interne Doppelspitze

Der Immobilienkonzern hat seine Suche nach einem neuen Chef beendet. Die beiden bisherigen Vorstände Jörg Schwagenscheidt und Andreas Segal sollen künftig gemeinsam die Geschäfte der GSW führen.
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FrankfurtDrei Tage nach der milliardenschweren Übernahmeofferte der Konkurrentin Deutsche Wohnen versucht die Wohnungsgesellschaft GSW wieder in die Offensive zu kommen. Der Aufsichtsrat erklärte die schon länger laufende Suche nach einem neuen Konzernlenker am Freitag kurzerhand für beendet und ernannte die bisherigen Vorstände Jörg Schwagenscheidt und Andreas Segal zu gleichberechtigten Co-Chefs. Ihre wichtigste Aufgabe wird es nun sein, das Übernahmeangebot zu prüfen, sobald es in allen Details vorliegt. Dafür hat die GSW laut Finanzkreisen auch schon drei Investmentbanken als Berater mandatiert: Goldman Sachs, Citi und Kempen.

Schwagenscheidt und Segal, bislang verantwortlich für das operative Geschäft und die Finanzen, hatten die GSW schon in den vergangenen Wochen geführt, nachdem Vorstandschef Bernd Kottmann Mitte Juli nach einer spektakulären Investorenrevolte abtreten musste. Er war nur wenige Wochen im Amt.

Etliche Eigner hatten sich von Anfang an für eine interne Nachfolgelösung starkgemacht. Doch suchte der Aufsichtsrat bis zuletzt mit Hilfe einer Personalagentur auch nach externen Kandidaten - anscheinend ohne Erfolg: "Abschließend sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass es keine bessere Lösung als die Doppelspitze gibt", erklärte der neue Chefkontrolleur Claus Wisser.

Dass der unabgesprochene Vorstoß der Deutschen Wohnen die Chefsuche beschleunigt hat, wurde in GSW-Kreisen dementiert. Doch auf jeden Fall hat Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn nun klare Ansprechpartner, um in die Verhandlungen einzusteigen. Er war am Dienstag vorgeprescht und hatte eine Offerte über 1,8 Milliarden Euro angekündigt, die über einen reinen Aktientausch abgewickelt werden soll. Zahn würde mit der Übernahme den zweitgrößten börsennotierten Wohnungskonzern in Deutschland nach der Deutschen Annington und einen unangefochtenen Branchenführer in Berlin schaffen.

Während der reine Aktientausch einige Risiken birgt, gibt es große Überschneidungen im Aktionariat beider Unternehmen. Deutsche Wohnen rechnet sich daher auch gute Chancen aus, dass die Fusion zustande kommt. Inzwischen sind die Pläne beim Kartellamt angemeldet. Auch die von der GSW beauftragten Banken stellen sich nicht auf ein pures "Verteidigungs-Mandat" ein, wie Insider berichteten: "Es gibt ja eine gewisse Logik für die Transaktion. Aber über die Details muss man sprechen."

Fondsmanager sehen das ähnlich. "Die Fusion macht strategisch Sinn", hieß es von einer deutschen Investmentgesellschaft, die an beiden Unternehmen zu einem kleineren Anteil beteiligt ist. Querschüsse einiger Aktionäre seien allerdings nicht ausgeschlossen, die Mindestannahmequote von 75 Prozent sei hoch. "Da kann es noch Überraschungen geben."

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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