Südamerikanischer Tycoon
Carlos Slim: Der Mann mit dem goldenen Näschen

Carlos Slim ist längst nicht so bekannt wie Warren Buffett oder Bill Gates. Dabei ist sein Vermögen ist absolut vergleichbar. Vor kurzem stand er auf der Forbes-Liste der reichsten Menschen noch auf Rang zwei. Dann folgte durch die Finanzkrise ein böser Absturz. Nun will Slim eben von der Krise profitieren.

MEXIKO-STADT. Über seine eigenen Pläne verriet der reichste Unternehmer Lateinamerikas wie gewohnt allerdings nichts. Dabei ist die aktuelle Krise gerade für Carlos Slim wie gemalt, denn der Sohn libanesischer Einwanderer mit dem grauen Schnurrbart hat sich in den vergangenen 20 Jahren den Ruf erworben, angeschlagene Unternehmen aufzukaufen, sie zu sanieren und in florierende Firmen zu verwandeln.

Erst Mitte September ließ der 68-Jährige mit einem Coup aufhorchen, als er für 127 Mio. Dollar 6,4 Prozent der Aktien der ehrwürdigen "New York Times" erwarb. Ein Schnäppchen, denn die Papiere der Zeitung hatten im Laufe des Jahres 20 Prozent eingebüßt.

Und vor einer Woche sicherte sich Slim für rund 150 Mio. Dollar ein Prozent der Anteile an dem taumelnden US-Finanzkonzern Citigroup. Auch das ist ein gutes Geschäft, denn Citigroup hat seit Jahresbeginn 325 Mrd. Dollar an Börsenwert eingebüßt. Die Reaktion an den Börsen folgte auf dem Fuße.

Die Aktie des Unternehmens sprang um mehr als zehn Prozent nach oben. Vermutlich kannten die Anleger den Ruf des Mexikaners. Slim gilt als ein moderner König Midas. Ähnlich der griechischen Sagengestalt, die alles in Gold verwandelte, was sie anfasste, hat er ein Firmenimperium aufgebaut, das in Lateinamerika seinesgleichen sucht.

In der Heimat hat er seine Finger und Gelder in fast jedem wichtigen Sektor: Banken, Versicherungen, Investmenthäuser, Restaurants, Kaufhäuser, Minengesellschaften, Bau- und Autozulieferer. Die Basis seines Vermögens aber ruht in der Telefonie, auf dem mexikanischen Festnetzanbieter Telmex und der Mobilfunktochter América móvil. Diese ist als Marktführer in Lateinamerika extrem erfolgreich. Vor allem aber Telmex sichert ihm als Monopolunternehmen in der Heimat paradiesische Einkünfte und füllt ihm die Kasse, aus der er seine weit verzweigten Investments bezahlt.

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