Sumner Redstone und Rupert Murdoch
Rivalität und Respekt

Sie sind die Letzten ihrer Art: Die herrischen Diktatoren von Medienimperien. Doch obwohl ihre Führungsmethoden überholt scheinen, sind Viacom-Lenker Sumner Redstone und News-Corp-Macher Rupert Murdoch so erfolgreich wie nie zuvor.

LOS ANGELES. Der eine sitzt am liebsten in seiner Garage und kontrolliert die Hebel seines Imperiums zwischen zwei 500-Liter Salzwasser-Aquarien. Der andere lässt über seine Frau einen Feng-Shui-Berater anheuern, der die Büros der Angestellten so einrichtet, dass die Energie kreisen kann.

Alter macht vielleicht ein wenig exzentrisch: Fischfreund Sumner Redstone ist 83, Esoterik-Anhänger Rupert Murdoch 75. Doch dieser Hang zum Merkwürdigen ändert nichts an ihrem Erfolg: Die „letzten Titanen der Medienbranche“ („Los Angeles Times“) sind heute so mächtig wie niemals zuvor. Redstone als Lenker von Viacom, Murdoch als Chairman der News Corp.

Ihre Parallelen sind bemerkenswert: Beide haben Milliarden Dollar auf Konten in den USA und in der Schweiz; beide haben Frauen geheiratet, die halb so alt sind wie sie selbst; beide leiten sie eben Medienkonglomerate, die sich nicht allein auf einen Branchenzweig beschränken, die von Internet über Fernsehen bis zu Film und Zeitungen alle Bereiche abdecken – und entsprechend kreuzen sich ihre Wege regelmäßig.

Was sie aber abhebt von anderen Top-Managern ist die Tatsache, dass beide ihre Unternehmen führen wie vor 20 Jahren: Sie sind die unbestrittenen Chefs – obwohl News Corp. und Viacom an der Börse sind. Redstone hat es dabei einfacher, er besitzt 70 Prozent der stimmberechtigten Anteile. Murdoch hat ein Drittel, jedoch sind ihm die Stimmen von Freunden sicher, so vom saudischen Prinzen Alwaleed bin Talal, der über fünf Prozent an News Corp. gekauft hat.

„Wenn Rupert sagt ,Let’s do it’, dann dreht sich in der Firma alles sofort nur noch um sein neues Ziel“, gibt ein Manager preis: „Den Mann umgibt eine Aura, die es in der heutigen Geschäftswelt nicht mehr gibt.“

Und er leistet sich, was nur noch wenige tun: Entscheidungen aus dem Bauch. Vergangenes Jahr kaufte er das Internet-Konglomerat Intermix, Mutter der vor allem von Jugendlichen geliebten Kontaktplattform Myspace. Der Rentner und die Teenager – so mancher lachte. Heute gilt Myspace als eines der spannendsten Marketinginstrumente der Musik- und Filmindustrie mit über 50 Millionen Nutzern. Auch Redstone zieht an den Zügeln, wie es ihm beliebt, Kritik aus den eigenen Reihen kümmert ihn wenig.

Seite 1:

Rivalität und Respekt

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%