Susanne Hatje
Wellenreiterin im duftenden Hafen

Susanne Hatje gehört zu den wenigen Top-Hotel-Managerinnen in der Welt. Zurzeit leitet sie das City-Luxushotel der Mandarin-Oriental-Gruppe in Hongkong.

HONGKONG. Susanne Hatje gehört zu den 100 Deutschen „auf die die Welt schaut“. Sagt zumindest die „Bunte“. Das Blatt stellt die Hotelmanagerin, die seit gut einem Jahr das City-Luxushotel der Mandarin-Oriental-Gruppe in Hongkong führt, in eine Reihe mit Papst Benedikt, Claudia Schiffer und Karl Lagerfeld.

Wir sind Papst, wir sind Top-Model und Top-Designer, wir sind weltweit auch Spitzen-Hotelmanager. Doch das sind meist Männer. Susanne Hatje ist eine Ausnahmeerscheinung. Auch vom Typ her: Die blonde Klare aus Schleswig-Holstein sieht eher aus wie eine Spitzensportlerin. Ihren Businessanzug tauscht sie gern mit dem Neoprenanzug – auch wenn das im „duftenden Hafen“, so die Übersetzung von Hongkong, nicht so leicht ist wie an ihrem vorigen Arbeitsplatz, dem Kahala Mandarin Oriental in Honolulu: „Beim Wellenreiten fühle ich mich eins mit der Natur, den Elementen ganz nah.“

Und: „Das Surfen hat eigentlich nur mit Balance zu tun, nicht nur der physischen, man muss auch innerlich im Gleichgewicht sein, mit Körper, Geist und Seele im Einklang.“ Solchen Einklang braucht es wohl, um neben der Bau- und Einrichtungsphase des „Mandarin Oriental Landmark“ gleichzeitig noch seinen MBA zu machen.

Schon als Kind war Hatjen täglich im Hotel: Im „Heuberg“ in Norderstedt, dem Unternehmen ihrer Eltern, hat sie beim Bettenmachen geholfen. Als Teenagerin war sie Praktikantin im noblen „Atlantic“ in Hamburg, dort ließ sie sich später zur Hotelfachfrau ausbilden. Nächste Station war der „Breidenbacher Hof“ in Düsseldorf, bevor sie „als Erste in der Familie“ über den Großen Teich wechselte, ins Rafael-Hotel „The Mark“ in Manhattan.

Als die Luxus-Gruppe 1997 eine stellvertretende Direktorin für ihr Münchener Haus suchte, fiel die Wahl auf die junge ehrgeizige Deutsche. Ein Jahr später war sie Generaldirektor. Ihren 30. Geburtstag feierte sie, als das Haus zehn Jahre alt war. „Wir sind beide Sternzeichen Stier, erdverbunden und zielstrebig.“ So wickelte sie auch die Intergration des Rafael in die Mandarin Oriental Group ab – und die sandte sie nach Hawaii.

Nach dem quirligen New York das Haus mit den freundlichen Hawaiianern und jetzt die Herausforderung in der Heimatstadt des Mandarin Oriental in Hongkong – Hatjes Laufbahn verläuft in harmonischen Wellenbewegungen. „Sie schafft es, dass man sich in ihrem Haus einfach geborgen und gut aufgehoben fühlt wie bei Freunden“, urteilt die Modedesignerin Vivienne Tam, die für das Mandarin Oriental eine Yoga-Kollektion entworfen hat. Vielleicht ein deutsches Talent, glaubt Tam. Und damit das nicht verloren geht, verbrachte Hatjes auch die Weihnachtszeit im Hotel: Allerdings im „Heuberg“ ihrer Familie.

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