Susanne Klatten
Milliardärin mit abgeschlossener Start-up-Phase

Am heutigen Samstag wird die BMW-Erbin Susanne Klatten 50 Jahre alt. Klatten ist eine Milliardärin mit einer Mission, die sie konsequent verfolgt. Mehr denn je beeinflusst sie das Wirtschaftsgeschehen in Deutschland.
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MünchenWenn Susanne Klatten auftritt, dann hat sie klare Botschaften. „Unternehmertum ist Zukunft“, sagt sie Ende März in der BMW-Welt in München vor gut 800 Gästen. Geladen hat das Gründungszentrum der Technischen Universität, das sich der Unterstützung der Familie Klatten erfreut. Die Mäzenin hat eine Mission: „Die Start-up-Nation Deutschland ist gefragt“, sagt Klatten. „Wir haben keine andere Wahl, wenn wir Ländern wie China einen Schritt voraus sein wollen.“

Wenn Klatten heute ihren 50. Geburtstag feiert, dann lässt sich einer Frau gratulieren, die mehr denn je das Wirtschaftsgeschehen in Deutschland beeinflusst. BMW kontrolliert sie gemeinsam mit Mutter Johanna und Bruder Stefan. Der Chemiekonzern Altana gehört ihr allein, an dem Windanlagenhersteller Nordex und dem Kohlefaserspezialisten SGL Carbon hält sie große Aktienpakete.

Ihr Portfolio macht sie nicht nur zur reichsten Frau Deutschlands, sie verfügt auch über die wichtigsten Innovationstreiber in der Industrie. Hinzu kommt ein Strauß aus Netzwerken, die Start-ups, Innovationen und Gründer fördern. Selten steckte so viel Zukunftspotenzial in einem deutschen Firmenkonglomerat - kontrolliert von einer Person.

Ihr Vater Herbert Quandt war einer der Großen des Wirtschaftswunders: 1959 rettet er BMW und sichert der Familie die Vorherrschaft. Der Vater ist schon eine lebende Legende, als Susanne und Bruder Stefan die Schulbank drücken. Das Erbe fällt ihr und Stefan 1982 zu, als der Vater stirbt. Die junge Quandt bereitet sich intensiv auf ihre Aufgabe vor: Nach einer Ausbildung zur Werbekauffrau studiert sie in London und Lausanne Betriebswirtschaft.

Schließlich macht sie unter dem Namen „Susanne Kant“ ein Praktikum bei BMW. Dort trifft sie den Ingenieur Jan Klatten - mit dem sie heute drei Kinder hat. Heute nimmt Klatten Anlauf, um die Zeitenwende in der Industrie zu nutzen. An dem Windanlagenbauer Nordex sichert sich ihre Beteiligungsgesellschaft Skion ein großes Aktienpaket, der Chemiekonzern Altana wird komplett übernommen.

Im BMW-Aufsichtsrat drängt sie auf einen Kurswechsel: Der Autohersteller soll nachhaltiger werden. Raus aus der Formel 1, hin zu alternativen Antrieben. „Entscheidend ist ein Ökosystem für Innovationen“, sagt Klatten in der BMW-Welt. Sie ist entschlossen, mit ihrem Geld und ihren Beteiligungen eine Vorbildfunktion in der deutschen Industrie einzunehmen. Die Start-up-Phase darf man längst als abgeschlossen betrachten.

Kommentare zu " Susanne Klatten: Milliardärin mit abgeschlossener Start-up-Phase"

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  • Die Arme! Kann ja garniemals mehr einfach sagen "schei... drauf" oder "boah, kein Bock". Geld kann auch eine Klotz am Bein sein, wenn man das dauernd wieder investieren muss. Aber natürlich immer noch besser, als noch an der ersten Million zu arbeiten wie unsereins, um vielleicht mal genug Geld fürs eigene Invest gesammelt zu haben :-)

  • Sie beschreiben damit ganz wunderbar, was der Unterschied zwischen einem Spekulanten wie Ihnen und einem Investor wie Frau Klatten ist.

  • Wenn ich mir etwas Mühe gebe, fallen mir sicherlich noch weitere Varianten ein…
    Aber in der Tat ist dies schon ärgerlich. Ich hätte wenigsten konsequent den ersten Fehler wiederholen sollen.

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