Susanne Schreiber beobachtet und beschreibt Kunst und ihren Markt
Keine Angst vor großen Tieren

Beim ersten Museumsbesuch übernahm noch Mutter Ingrid Schreiber die Führung: Sie spazierte mit der vierjährigen Susanne in die Alte Pinakothek in München. Dort erspähte die Kleine mit Argusaugen die Jagdhunde, naturalistisch gemalt von Künstlern des Barock. Die wollte Susanne Schreiber dann immer wieder sehen. Und ging schon als Kind ins Museum – ohne Ehrfurcht.

le DÜSSELDORF. Jagdhunde haben die Fährte gelegt. Susanne Schreiber folgte ihr – über ein Studium der Kunstwissenschaft bis ins Ressort Kunstmarkt beim Handelsblatt, das sie seit Januar in der Nachfolge von Christian Herchenröder verantwortet. Doch bis dorthin und zur Doktorin der Kunstwissenschaft gab es viele spannende Nebenwege.

Da waren das deutsch-französische Abitur in München, eine Buchhändlerlehre und die Arbeit beim Pariser Verlag Gallimard. Erst nach praktischer Berufserfahrung wandte sich Schreiber wieder der Theorie zu: Von der Uni in Tübingen zog es sie nach Berlin, wo sie der Literaturwissenschaft treu blieb und von der Philosophie zur Kunstgeschichte wechselte. „Das bildhauerische Werk des Niclaus von Leiden“ beschäftigte sie mehrere Jahre. Seit 1986 arbeitet die Kunsthistorikerin parallel zu ihren Studien fürs Handelsblatt. Susanne Schreiber nutzte die Maueröffnung zu Geschichten über Museen in Ostdeutschland, machte Specials zu Kulturfestivals und Reportagen über die Menschen in der Kunstszene.

Neugier war es auch, die die Kunstfachfrau zu einem Praktikum in der Nachrichtenredaktion des Handelsblatts bewegte. Von dort war der Weg nicht weit zur verantwortlichen Redakteurin der zwölfseitigen Wochenendbeilage Galerie, die heute Weekend Journal heißt. Ob Glanz & Gloria, Möbel & Macher oder jetzt Kunst & Kapital, Schreiber brachte und bringt substanziellen Lesestoff mit leichter Hand.

Die 43-Jährige liebt Überraschungen, etwa wenn sich in der Kunst ein Trend abzeichnet oder sich die großen Händler einen Kampf um Kunden und Preise liefern. Eines ist ihr geblieben: Ehrfurcht vor großen Tieren in der Kunstlandschaft kennt Schreiber nicht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%