Sven Murmann, Sohn des Ex-Arbeitgeberpräsidenten, kauft Gerling-Verlag
Blütenträume eines Jungverlegers

Er hatte schon immer ein Faible für Zeitschriften und Bücher. Als Student publizierte der gebürtige Kieler mit viel Aufwand ein Magazin über Umweltthemen. Jetzt strebt Sven Murmann, Sohn des früheren Arbeitgeberpräsidenten Klaus Murmann, größere Maßstäbe an.

HAMBURG. Der promovierte Philosoph gründet in Hamburg den Murmann Verlag, der vor allem Sachbücher über Wirtschaft und deren gesellschaftliche Auswirkungen verkaufen will. „Wir wollen jährlich rund 30 neue Bücher auf den Markt bringen“, nennt der 36-jährige Jungverleger mit kurzen schwarzen Haaren und schlanker Statur sein Ziel.

Bereits in zwei Jahren will der Vater von drei Kindern trotz des hart umkämpften deutschen Buchmarkts die Firma in die Gewinnzone steuern. Sollte aber die geplante Vorsteuerrendite von mindestens fünf Prozent nicht erreicht werden, würde er seine Blütenträume von einem führenden mittelständischen Verlagshaus schnell wieder aufgeben. Hier denkt der kühl kalkulierende Manager unternehmerisch. Denn das Geld für den Verlag stammt von seiner Familie, die ihre Geschäftsaktivitäten in der Sauer Holding gebündelt hat. Dazu gehören Beteiligungen am börsennotierten Anlagenbauer Sauer-Danfoss Inc. sowie an Start-up-Firmen.

Um die Investitionen nicht zu gefährden, hat sich der Jungverleger eine gute Ausgangsbasis geschaffen. Er kaufte dem Kölner Versicherungsunternehmen Rolf Gerling, einstiger Vorstandschef des gleichnamigen Konzerns, den Münchener Gerling Akademie Verlag ab. „Unser Verlag baut auf dessen Programm auf“, sagt Murmann.

Doch auch Neuerscheinungen stehen an: Dazu gehört ein Titel über das richtige Auftreten von Managern in der Öffentlichkeit. Verkaufsfördernd bildete der Verlag deshalb auf der Umschlagseite Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann ab, als dieser zum Auftakt des Mannesmann-Prozesses sein Victory-Zeichen macht. „Das ist ein Bild, das Manager nicht abgeben sollten“, sagt Murmann dazu.

Eins wird es bei ihm indessen nicht geben: eine Biografie über seinen jetzt 72-jährigen Vater. „Das bleibt anderen Verlagen überlassen“, sagt der neue Verleger.

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