Swatch-Chef Hayek: Streitbarer Uhrmacher verklagt UBS

Swatch-Chef Hayek
Streitbarer Uhrmacher verklagt UBS

Mit der Klage gegen die UBS macht der Chef des Uhrengiganten Swatch seinem Unmut über die Geschäfte der Schweizer Banken Luft. Die Finanzprofis aus Zürich sollen für Verluste in Höhe von angeblich 30 Millionen Franken verantwortlich sein. Aber Hayek geht es nicht nur ums Geld.
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ZÜRICH. Nick Hayek kennt sich aus mit Werbung. Der 56-jährige Chef des Schweizer Uhrengiganten Swatch gilt als Marketinggenie - und zwar auch in eigener Sache. Und deshalb ist es nicht verwunderlich, dass sein Urteil über die neue Reklame der Großbank UBS so hart ausfällt: "In ihrer Werbekampagne behauptet die UBS, eine klare Linie verfolgt zu haben. Davon merken wir aber gar nichts", sagte der Uhrenkönig dem Schweizer "Tagesanzeiger".

Hayeks Zorn ist verständlich. Er fühlt sich von den Finanzprofis aus der Züricher Bahnhofstraße über den Tisch gezogen - und deshalb verklagt er sie jetzt auch. Seine Swatch Group macht die UBS für Verluste aus sogenannten "Absolute-Return-Fonds" im Jahre 2009 verantwortlich, die eigentlich keine Verluste des angelegten Kapitals einbringen dürften. Angeblich soll es um 30 Mio. Franken gehen. Das ist selbst für einen Multi mit einem Jahresumsatz von rund sechs Mrd. Franken kein Kleingeld mehr.

Aber Hayek geht es nicht nur ums Geld, ihm geht es auch ums Prinzip. Wie sein kürzlich verstorbener Vater Nicolas ist auch der Sohnemann kein Freund von Banken und Börsen. Das oft undurchschaubare, für ihn meist kurzatmige Treiben der Finanzwelt ist dem langfristig denkenden Industriellen bis heute suspekt. Kein Wunder also, dass er jetzt die Großbank wegen schwerwiegender Verluste in Millionenhöhe verklagt.

Es ist nicht nur ein Duell zweier Ikonen der Schweizer Wirtschaft. Für Hayek ist es auch ein Zweikampf Industrie gegen Finanzwelt. Angeblich will Hayek die vollen 30 Mio. Franken von der UBS zurückhaben. Die UBS räumt ein, dass eine Klage von Swatch eingegangen ist. Ansonsten versteckt sich die Bank jedoch hinter dem Bankgeheimnis und will sich zur Sache nicht äußern. Weitere Klagen soll es zumindest bei der UBS nicht geben. Nach Schweizer Presseberichten klagen aber Privatanleger gegen die Credit Suisse. Auch hier soll es um den gleichen Fondstyp gehen, auf den Swatch reingefallen ist.

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