Swatch-Chef Nick Hayek
Der Uhrenprinz

Nick Hayek brauchte lange, um sich aus dem Schatten seines mächtigen Vaters zu lösen. Jetzt macht der 52-jährige Chef des Schweizer Swatch-Konzerns Tempo und legt ein Rekordergebnis hin. Überhaupt: Die Entdeckung der Langsamkeit überlässt der Mann, der immer mehr als nur eine Uhr am Handgelenk trägt, lieber anderen.

BIEL. Afrika? Nein, Afrika wäre nichts für ihn. Wer dort in einen dieser ächzenden Überlandbusse einsteigt und den Fahrer fragt, wann es denn losgeht, bekommt bekanntlich nur einen verständnislosen Blick zugeworfen. Los geht es, wenn der Bus voll ist. Die Zeit ist gleichgültig.

Nicolas Hayek, genannt „Nick“, aber lebt von der Zeit. Er misst sie. Am Montag hat er sie sogar ein bisschen nach vorne gedreht und die Bilanz der Swatch-Gruppe vier Tage vor dem ursprünglich genannten Datum präsentieren lassen. „Wir sind schneller fertig geworden. Warum sollten wir dann warten?“ lautet die offizielle Begründung aus dem Konzern dazu.

Vielleicht möchte er der Welt sein Rekordergebnis nicht länger verschweigen. Schließlich steigerte die Swatch-Gruppe im vergangenen Jahr den Reingewinn dank höherer Preise um ein Drittel auf 830 Millionen Franken (520 Millionen Euro), so viel wie noch nie. Der Umsatz überschritt die Marke von fünf Milliarden Franken.

Egal. Nick Hayek, Chef der Swatch-Gruppe, drückt diesmal offenbar aufs Tempo. Überhaupt: Die Entdeckung der Langsamkeit überlässt der Mann mit der scharf geschnittenen Nase und dem dichten Haar, der immer mehr als nur eine Uhr am Handgelenk trägt, lieber anderen. „Wenn es gut läuft, neigt man dazu, sich zurückzulehnen und das Erreichte zu genießen“, warnt er. „Wir aber wollen weiter hungrig bleiben.“

Nick Hayek gibt sich selbstbewusst. Der Junior hat sich in seinen mehr als drei Jahren an der Swatch-Spitze aus dem Schatten des mächtigen Vaters gelöst.

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