Swiss-Life-Chef Rolf Dörig
Hansdampf in allen Gassen

Es ist der Höhepunkt einer Managerkarriere: Bald ist Rolf Dörig nicht nur Chef des Schweizer Versicherers Swiss Life, sondern auch bei seiner deutschen Neuerwerbung AWD der Herr im Haus. Doch der Weg dahin ist lang gewesen.

ZÜRICH. Heute steht er ganz oben. Die Haare inzwischen grau, die Bewegungen geschmeidig, das Gesicht wie stets schier unbeweglich erklärt Rolf Dörig, Chef des Schweizer Versicherers Swiss Life, den Investoren, dass sein Konzern in diesem Jahr zum ersten Mal in seiner 150-jährigen Geschichte wohl mehr als eine Milliarde Franken verdienen wird. Die Börse reagiert umgehend und freundlich, der Kurs der Swiss-Life -Aktie stieg. Und Dörig, demnächst wahrscheinlich auch bei seiner deutschen Neuerwerbung AWD der Herr im Haus, hat es geschafft.

Der Weg nach hier oben ist lang gewesen. "Unseren Eidgenossen“ und "den kleinen Dörig“ haben sie ihn bei der Großbank Credit Suisse genannt, wo Dörig einst vor mehr als 20 Jahren sein Handwerk gelernt hat – im Gegensatz zum "großen Dörig“, womit der Vizepräsident der Credit Suisse Ulrich Dörig gemeint ist. Dem Schatten des Namensvetters entkommt er im November 2002, als er zur Swiss Life wechselt. Ungewöhnlich ist das nicht in Zürich, wo tüchtige Leute wie Dörig auffallen, die Wege kurz sind und jeder jeden kennt.

Der studierte Jurist hat eine typische Schweizer Karriere hinter sich. In allen wichtigen Kreisen des Landes hat er einen Fuß in der Tür: Beim Militär brachte es der Manager zum Oberst im Generalstab. Er schreibt es dieser Erfahrung zu, militärisch präzise entscheiden zu können – auch wenn es mal drunter und drüber geht. In der Politik zählt er zu den "Freunden der FDP“.

Dieser Freundeskreis hilft der Partei zwar derzeit nicht, sonderlich viele Stimmen zu gewinnen. Aber er dokumentiert, dass Dörig zum Liberalismus als dem zentralen Wert steht, der die Schweizer Wirtschaft und insbesondere ihre Finanzszene größer werden ließ, als es das Land jemals sein wird. Und selbstverständlich ist der Tennisspieler und Skifahrer Dörig auch ein Vereinssportler, wobei Verein in Zürich kein Begriff ist, der an muffige Umkleideräume erinnert, sondern eher an den Duft einer Havanna, wie sie in Dörigs Fußball-Club Grasshoppers Zürich gepflegt wird.

Dabei behauptet niemand, dass dort nur über Fußball geredet wird. "In der Schweiz haben das Beziehungsnetz und das Beziehungsmanagement schon immer eine große Rolle gespielt“, sagt Dörig und fügt zur Begründung hinzu, dass die Schweiz eben ein kleines Land mit begrenzten Ressourcen sei. Das beschränke die Zahl der Persönlichkeiten, die Verantwortung übernehmen können.

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