Symbolfigur des „Neuen Japan“: Börsenliebling droht lange Haftstrafe

Symbolfigur des „Neuen Japan“
Börsenliebling droht lange Haftstrafe

Die japanische Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen das von einem Skandal um Aktienkursmanipulationen erschütterte Internet-Unternehmen Livedoor und dessen früheren Chef Takafumi Horie erhoben. Dem einst gefeierten Börsenliebling Horie droht damit eine Haftstrafe von mehreren Jahren.

HB TOKIO. „Wir werden im Laufe des Prozesses deutlich machen, dass dem rasanten Wachstum von Livedoor in Wirklichkeit kriminelle Handlungen zu Grunde lagen, die der Zuverlässigkeit von Wertpapiertransaktionen Schaden zufügten“, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag mit. Sie wirft Horie und drei weiteren Managern des Unternehmens vor, gegen das Wertpapiergesetz verstoßen zu haben. So sollen sie Umsatz und Gewinn der Tochterfirma Livedoor Marketing aufgeblasen und den Aktienkurs durch eine vorgetäuschte Akquisition manipuliert haben.

Im Falle einer Verurteilung droht dem 33-jährigen Horie eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren. Medien zufolge wies Horie die Vorwürfe zurück. Mit seinem rasanten Aufstieg zu einem der erfolgreichsten Unternehmer des Landes war Horie zu einer Symbolfigur des innovativen wie dynamischen „Neuen Japan“ geworden. Sein extravaganter Lebensstil sorgte dabei nicht nur in Wirtschaftszeitungen, sondern auch in der Boulevardpresse für Schlagzeilen.

In einer Stellungnahme entschuldigte sich Livedoor am Montag für die Vorkommnisse. Das Unternehmen erklärte, alles zu unternehmen, damit solch ein Zwischenfall nie wieder vorkommen könne. Für den Fall eines Ausschluss von der Tokioter Börse erwäge es unter anderem einen Verkauf oder eine Namensänderung.

Eine Razzia der Staatsanwaltschaft bei Livedoor hatte Mitte Januar zu panikartigen Verkäufen und massiven Verlusten an der Börse geführt. Der Markt hat sich inzwischen erholt. Der Wert der Livedoor-Aktie jedoch ist seit Dezember um mehr als 90 Prozent gesunken.

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