Tarum von einer Kaufhauskette
Maurizio Borletti: Kaufhausprofi mit gutem Riecher

Maurizio Borletti ist an großen Business Deals interessiert und könne einen solchen schon bald in Deutschland landen. Der Norditaliener ist am insolventen Arcandor-Konzern interessiert, wo er bereits mit vier Prozent an den Immobilien beteiligt ist.

MAILAND. „Maurizio Borletti, Owner Rinascente“. Auf seinem Profil im Internet-Netzwerk Linkedin steht unter der Kategorie „Interested in“ unter anderem „Business Deals“. Einen ganz großen Business Deal könnte der Italiener Maurizio Borletti schon bald in Deutschland landen. Der Spross einer Unternehmerdynastie aus dem italienischen Norden gilt als Interessent für die deutschen Kaufhäuser von Arcandor. Schließlich ist er bereits mit vier Prozent an den Immobilien von Arcandor beteiligt.

Die Tatsache, dass sich der Manager bei Linkedin tummelt zeigt auch, dass der 41-Jährige wenig Berührungsängste hat im Gegensatz zu anderen Top-Managern, die solche Plattformen meiden. Keine Berührungsängste hatte er auch 2005 bei der Einweihung des renovierten Mailänder Edel-Kaufhauses La Rinascente: Nur mit dem Namensschild „Maurizio“ mischte er sich wie ein einfacher Verkäufer unter die Gäste.

Kaufhäuser hat der mit einer Amerikanerin verheiratete Unternehmer im Blut: Sein Urgroßvater hat La Rinascente in Mailand gegründet. Auch die Warenhauskette Standa stammt aus der Borletti-Familie. Beide Unternehmen wechselten in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts die Besitzer. Rinascente ging zunächst in den Besitz der befreundeten Agnelli-Familie und dann in den der französischen Luxus-Holding PPR über, bis Maurizio Borletti die Kette 2004 wieder zurückholte. Borletti beteiligte sich mit vier Prozent und ließ den Rest von Pirelli Re, der Deutschen Bank und der Investmentgesellschaft Investitori Associati finanzieren. Borletti ist heute Präsident der Rinascente.

Es war der erste Schritt auf dem Weg zu seinem Traum einer europaweiten Kaufhaus-Kette der Luxusklasse. Über die Zukunft der Kaufhäuser soll Borletti einmal gesagt haben: „Ich stelle sie mir vor wie die Kathedralen des Mittelalters, gebaut um die Menschen zu faszinieren und zu überraschen".

Und so beließ es Borletti, dem Geschäftspartner „einen guten Riecher für Geschäfte und eine sehr große Überzeugungskraft" nachsagen, nicht bei der Rinascente. 2005 folgte der Einstieg bei der französischen Warenhauskette Printemps. Auch hier brachte Borletti selbst nur eine Minderheitsbeteiligung ein, die Deutsche-Bank-Tochter RREEF stemmte die Finanzierung. Den Einstieg in Deutschland wagte Borletti im vergangenen Jahr mit den Immobilien von Arcandor. Jetzt hat Borletti die Chance, auch das operative Geschäft zu übernehmen.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin
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