Tele-München-Gruppe
Kloiber gönnt sich Cinemaxx-Kinos

Den Unternehmer Herbert Kloiber kann man als Medienmogul bezeichnen. Dem 62-jährigen gehört die Tele-München-Gruppe, die, national und international, für Film und Fernsehen produziert. Nun gehört auch die Kino-Kette Cinemaxx dazu. Damit ist für Kloiber noch lange nicht Schluss, auch wenn das Thema Nachfolger bereits auf der Agenda steht.

Handelsblatt: Herr Kloiber, Sie produzieren Filme, handeln mit Senderechten, Ihnen gehören Kinos und TV-Sender. Wie lebt es sich in der Welt der Stars und Sternchen?

Kloiber: Ach, da ist nichts von dem Glamour, an den Sie wahrscheinlich denken. Ich habe seit 30 Jahren kaum eine Abendveranstaltung mehr wahrgenommen, bei mir ist der Tag um 18.30 Uhr geschäftlich vorbei. Ich gehe weder zur Bambi-Verleihung noch sonst zu einem gesellschaftlichen Ereignis. Und zu Kunden habe ich seit einigen Jahren keine privaten Kontakte mehr.

Sie kaufen und verkaufen Filme in Cannes, gehen bei den großen Studios in Hollywood ein und aus, engagieren weltbekannte Regisseure. Das ist doch großes Show-Business, oder?

Von wegen. So eine Filmmesse in Cannes ist Knochenarbeit. Man muss schon morgens um acht die Fragen der Kunden nach den weiblichen Hauptrollen in unserem neuen Film Moby Dick beantworten. Nur: In dem Stoff gibt es überhaupt keine Frauen. Diese Kunden haben aber vorher steif und fest behauptet, das Drehbuch gelesen zu haben. So etwas müssen Sie erdulden können.

Sie produzieren Filme wie „Moby Dick“ oder den „Seewolf“ von Jack London. Welchen Einfluss haben persönliche Vorlieben auf Ihre Entscheidungen?

Moby Dick ist nach der fantastischen Erfahrung mit „Seewolf“ und für einen passionierten Segler ein konsequenter nächste Schritt. Der Seewolf von Jack London war Opus eins meines Unternehmens, der Tele München Gruppe. 1971 ist dieser Vierteiler entstanden, jetzt haben wir fürs ZDF und 52 weitere Fernsehstationen für 15 Millionen Euro eine Neuverfilmung gewagt. Etwa ein Drittel dessen, was wir machen, hat mit meiner eigenen Begeisterung für einen Stoff zu tun. Aber wir verfilmen auch Rosamunde Pilcher, obwohl ich die Bücher noch nie gelesen habe.

Was war Ihr größter Flop?

Oh, seit ich die Tele München 1977 übernahm, sind Hunderte Produktionen entstanden. Da waren einige darunter, von denen ich mehr erwartet hatte. Die Verfilmung vom „Phantom der Oper“ war zum Beispiel eine Enttäuschung.

Seite 1:

Kloiber gönnt sich Cinemaxx-Kinos

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%