Telekom-Vorstand
Die drei von T-Mobile

René Obermann, der neue Chef der Deutschen Telekom, baut die Konzernspitze um. Er setzt dabei auf bewährte Kollegen aus seiner Zeit bei T-Mobile. Zwei der drei neuen starken Männer haben sich ihre Sporen in den USA verdient. Sie sollen den einstigen bundesrepublikanischen Staatskonzern auf Vordermann bringen.

BONN. Der Mann redet ohne Punkt und Komma. Fast ist es, als wolle er jede erdenkliche Frage der etwa 20 Journalisten im Raum beantworten, bevor sie überhaupt gestellt wird. Zunächst seine Lieblingsbotschaft: „T-Mobile USA ist nicht einfach der kleinste der vier landesweiten Mobilfunkbetreiber, wir sind Teil eines globalen Konzerns und profitieren enorm von den dazugehörenden Größenvorteilen.“

Danach geht es weiter im Text. Reden, reden, reden. Fast eine halbe Stunde lang, bis er die elf eng beschriebenen Seiten Manuskript routiniert weggefressen hat wie ein Reißwolf, bis er alle Bedenken, jede mögliche Kritik weggeredet und sich das Anfangsbekenntnis durch immer neue plakative Formulierungen und positive Schlagwörter in den Köpfen seiner Zuhörer eingebrannt hat.

Reden, das kann Robert Dotson ganz hervorragend – wie kaum ein anderer Topmanager bei der Deutschen Telekom. Das hat der Chef der US-Tochter des Konzerns erst Anfang Oktober wieder bewiesen, als er gemeinsam mit drei Telekom-Vorständen in New York die neuen Milliardeninvestitionen des Unternehmens in das US-Netz vorstellte. Dotson redete dabei allein genauso viel wie die drei Telekom-Kollegen gemeinsam.

So gesprächig kommt Timotheus Höttges nie daher. Kein Wort zu viel kommt dem bisherigen Vertriebsvorstand der Telekom-Mobilfunksparte über die Lippen. Der 44-Jährige denkt häufig bei Fragen länger nach, bevor er dann kurz und wohl abgewogen antwortet. Zu schwadronieren, wortreich Visionen zu entwickeln oder in Begeisterungsstürme zu verfallen, das ist seine Sache nicht.

Die beiden unterschiedlichen Charaktere sind voraussichtlich die neuen starken Männer hinter Telekom-Chef René Obermann, die in die Führungsspitze des Konzerns aufsteigen. Auch Hamid Akhavan, bisher Technik-Vorstand bei der T-Mobile-Gruppe, wird dazugehören. Am kommenden Dienstag will Obermann seine neue Mannschaft dem Aufsichtsrat vorstellen, und nach Angaben aus Konzernkreisen gehören Dotson, Höttges und Akhavan dazu.

Der 45-jährige Akhavan ist seit fünf Jahren bei der Telekom-Mobilfunktochter T-Mobile. Im Herbst dieses Jahres hat er zusätzlich die Aufgaben eines Technikspezialisten beim Mutterkonzern übernommen. Er kümmert sich um Netze und Einkauf. Hamid Akhavan, geboren in Teheran, hat in den USA studiert und dort unter anderem für die Telekommunikationsanbieter Teligent und Primeco gearbeitet.

Mit Akhavan und Dotson kommen gleich zwei Manager mit US-Erfahrung an die Telekom-Spitze. Dotson leitet seit fünf Jahren die amerikanische Telekom-Mobilfunktochter. In dieser Zeit hat sich das Unternehmen zu einem Wachstumsmotor innerhalb des Konzerns entwickelt, zu einem Unternehmensteil, der Quartal für Quartal mit guten Zahlen glänzt und damit Schwächen der Telekom im Inland zumindest teilweise überdeckt.

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