Telekom wird Matrixorganisation
Manager für alles

Die Deutsche Telekom bekommt eine Matrixorganisation. Künftig ist jedes Vorstandsmitglied nicht nur für eine Sparte zuständig, sondern übernimmt zusätzlich eine Aufgabe für den Gesamtkonzern. Viele Konzerne arbeiten mit Matrixstrukturen. Doch sie beschreiten damit einen Weg mit Tücken.

DÜSSELDORF. „Die Telekom ist kein Experimentierfeld, sondern ein komplexes Unternehmen“, philosophierte der neue Telekom-Chef René Obermann, als er vor wenigen Tagen die neue Führungsriege des Konzerns vorstellte.

Diese Komplexität will Obermann mit einer neuen Vorstandsstruktur beherrschbar machen: Die Deutsche Telekom bekommt eine Matrixorganisation. Künftig ist jedes Vorstandsmitglied nicht nur für eine Sparte – Festnetz, Mobilfunk und Geschäftskunden – zuständig, sondern übernimmt zusätzlich eine Aufgabe für den Gesamtkonzern: Einkauf, Produktentwicklung oder Vertrieb.

Matrixorganisationen kennen viele Manager aus ihrer Projektarbeit. Meist auf Zeit arbeiten verschiedene Mitglieder in Teams zusammen und werden für die Dauer eines Projekts zu Dienern zweier Herren – dem Vorgesetzten, dem sie unterstehen, und dem Projektleiter.

Obermann will mit seinem Vorstandsteam und externen Beratern bis zum Frühjahr eine neue Strategie ausarbeiten. Das Ziel: die Konzernteile enger zu verzahnen und die Kunden zufriedener zu machen.

Dass dies mit der bisherigen Spartenstruktur der Telekom nicht zu erreichen sei, bestätigt Christian Scholz, Professor für Organisation an der Uni Saarbrücken. „Obermann schafft mit seinem neuen Vorstand zwar keine Matrix wie im Lehrbuch, bei der per Definition gleichrangige Ziele verfolgt werden“, sagt er. Der Telekom-Chef trage mit dem Vorstandstableau aber den veränderten Kundenbedürfnissen und den Erfordernissen eines globalen Konzerns Rechnung.

Viele Konzerne arbeiten mit Matrixstrukturen, erläutert Harald Berger-Münch, Gründer der gleichnamigen Beratungsgesellschaft, die sich auf Großprojekte spezialisiert hat. Siemens, Daimler-Chrysler oder EADS gehören dazu. „Aber dass die Matrixstruktur bei der Telekom künftig bereits auf der Vorstandsebene beginnt, ist ungewöhnlich.“

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