Telekommunaktion
Erfolgsmanager geht bei Vodafone wieder an Bord

Der frühere Vodafone-Manager Vittorio Colao kehrt nach zwei Jahren zu dem britischen Mobilfunkanbieter zurück. Die Bekanntgabe der Personalie entfachte an den Märkten umgehend neue Spekulationen um eine Ablösung von Konzernchef Arun Sarin.

HB LONDON. Der 44-Jährige Colao zieht erneut in die Chefetage ein und bekommt die Leitung des Europa-Geschäfts übertragen. Wie Vodafone am Dienstag mitteilte, wird Colao zugleich Stellvertreter von Sarin und ersetzt in dieser Funktion Julian Horn-Smith. Dieser, Colaos Vorgänger als Europachef, Bill Morrow, und weitere Topmanager hatten Vodafone in den vergangenen Monaten verlassen. Colao, zuletzt Chef der italienischen Medienfirma RCS Media Group, hatte bei Vodafone bis 2004 die Geschäfte in Südeuropa, dem Nahen Osten sowie in Afrika verantwortet.

Colao wechselt zum 9. Oktober zurück in die Chefetage von Vodafone. Arun Sarin erklärte, Colao sei ein äußerst effektiver Manager und habe in seinen früheren Funktionen bei Vodafone einen herausragenden Beitrag geleistet. Er zeigte sich zuversichtlich, dass Colao für die anstehenden Herausforderungen bestens gerüstet sei.

Auch Analysten begrüßten die Ernennung. „Vittorio Colao gehört zu den besten Kandidaten und hat bei Investoren ein gutes Image“, sagte Antoine Pradayrol von BNP Paribas. Seine Ernennung zum Vize-Chef dürfte nun Anlass zu Spekulationen geben, dass sich Vodafone auf Sarins Ablösung vorbereite, betonte Colin Morton von Rensburg Fund Management, auch wenn es dafür seiner Einschätzung nach keinen Grund gebe. „Wenn Sarins Posten neu besetzt wird, wird dabei auch Colaos Name fallen“, ergänzte Analyst Robert Grindle von Dresdner Kleinwort Wasserstein. Der Manager wurde bereits vor seinem Weggang vor zwei Jahren als Kandidat für den Chefposten bei Vodafone gehandelt.

Auf Colao kommen große Herausforderungen zu. Der europäische Telekommunikationsmarkt gilt bei Experten als besonders schwierig. Das Wachstum hat sich zuletzt deutlich abgeschwächt, die Konkurrenz ist stark. Sinkende Mobilfunkpreise machen sich in Umsatzrückgängen bemerkbar. Auch die Gebühren gehen zurück, die die Mobilfunkanbieter zur Durchleitung von Gesprächen verlangen. Zudem ist eine Regulierung des Marktes geplant.

Mehrere Aktionäre hatten Vodafone-Chef Sarin im Juli im Vorfeld der Hauptversammlung eine mangelnde Strategie auf dem europäischen Markt vorgeworfen und seine Ablösung gefordert. Der Aktienkurs des Unternehmens war in den vergangenen zwölf Monaten um 25 Prozent gefallen, allerdings hatten auch die Papiere der meisten anderen europäischen Telekommunikationskonzerne deutlich nachgegeben.

Die harsche Kritik an Sarin wird indes nicht von allen Investoren geteilt: Der Vodafone-Chef wurde bei dem Aktionärstreffen in seinem Amt bestätigt. „Vodafone hat ein Problem mit dem Markt, nicht so sehr mit dem Management“, sagte Analyst Grindle.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%