Telekommunikation
Ex-Mobilcom-Chef Grenz geht zu Hero-Gruppe

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende des deutschen Mobilfunkanbieters Mobilcom, Thorsten Grenz, wird nach einem Bericht des „Handelsblatts“ im März neuer Finanzchef der Schweizer Hero-Gruppe. Das habe Hero-Chef Stefan F. Heidenreich der Zeitung bestätigt.

dpa BüDELSDORF. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende des deutschen Mobilfunkanbieters Mobilcom, Thorsten Grenz, wird nach einem Bericht des „Handelsblatts“ im März neuer Finanzchef der Schweizer Hero-Gruppe. Das habe Hero-Chef Stefan F. Heidenreich der Zeitung bestätigt.

Hero ist ein international tätiger Nahrungsmittelkonzern (Schwartau) mit 3 300 Mitarbeitern in 15 Ländern. Das Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 1,3 Mrd. Schweizer Franken (840 Mill. Euro) ist mehrheitlich im Besitz des deutschen Industriellen Arend Oetker.

Eigentlich sollte Thorsten Grenz nur die Mobilcom-Finanzen verwalten, als dessen früherer Inhaber Gerhard Schmid ihn im April 2000 in den Vorstand holte. Als früherer Konzern-Controller der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd schien der Zahlenmensch und Systematiker Grenz das richtige Gegengewicht zu dem sprunghaften Visionär Schmid.

Doch dann überschlugen sich die Ereignisse. Schmid ersteigerte für acht Mrd. Euro eine UMTS-Lizenz, überwarf sich mit Partner France Télécom, musste den Vorstandsvorsitz räumen und plötzlich war Grenz Chef in einem Konzern, der kurz vor der Insolvenz stand. Nicht nur Schmid, auch andere Aufsichtsräte hatten Zweifel, ob der gelernte Finanzmann einer solchen Aufgabe gewachsen sein würde. Doch weil Grenz das Vertrauen der Franzosen hatte und es kurzfristig gar keine Alternative zu ihm gab, durfte er erst einmal machen.

Und Grenz managte die Krise mit Erfolg. Beim Jonglieren mit den unterschiedlichsten Interessen gelang es ihm, alle Bälle in der Luft zu halten und am Ende war Mobilcom ein kleineres Unternehmen mit weniger Mitarbeitern, aber einer soliden Finanzierung und Perspektive. Der 47-jährige Hobby-Kampfsportler zeigte neben Geschick auch Fortune: Die finanzielle Sanierung von Mobilcom wurde ihm durch einen unerwartet starken Aktienkursanstieg der Tochter freenet erheblich erleichtert. Als im vergangenen Jahr Mobilcom und freenet wieder unter ein gemeinsames Dach sollten, zog er gegen freenet-Chef Eckhard Spoerr den kürzeren und musste gehen.

Hero-Chef Heidenreich zeigte sich sichtlich erfreut über die Entscheidung seines Verwaltungsrates. „In einer Zeit, in der wir weiter dynamisch wachsen wollen, brauchen wir an der Spitze des Unternehmens einen weiteren starken Mann“, sagte der 43-jährige. Obwohl Grenz als Chief Financial Officer (CFO) formal an ihn berichten müsse, werde man teamorientiert und flexibel zusammenarbeiten, erläuterte der Hero-Chef.

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