Tesco in der Krise
Ex-Ikea-Chef soll Supermarktkette retten

Tesco, die drittgrößte Supermarktkette der Welt, steckt in der Krise. Aldi und Lidl machen mächtig Druck, Ärger gibt's auch wegen eines Rechenfehlers in der Buchhaltung. Jetzt soll es Ikeas Ex-Chef Ohlsson richten.
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LondonDie kriselnde britische Supermarktkette Tesco holt sich renommierte Verstärkung für ihren Verwaltungsrat: Zum 1. November gehöre der frühere Chef des Möbelkonzerns Ikea, Mikael Ohlsson, dem Gremium an, erklärte Tesco am Montag.

Zudem werde der bisherige Chef der Catering-Firma Compass, Richard Cousins, einsteigen. Beide Manager unterstützten die beschlossene Strategie der Unternehmensführung, „das Vertrauen in Tesco wieder herzustellen“, erklärte Firmenpräsident Richard Broadbent.

Die Supermarktkette, die wegen scharfer Konkurrenz der deutschen Discountmärkte Aldi und Lidl ohnehin unter Druck steht, hatte zuletzt mit einem kapitalen Rechenfehler für Schlagzeilen gesorgt. Im September gab Tesco bekannt, dass die Prognose für den Gewinn von März bis August diesen Jahres „überschätzt“ worden sei. Von den vorhergesagten 1,1 Milliarden Pfund (1,4 Milliarden Euro) müssten 250 Millionen Pfund abgezogen werden – das sind rund zehn Prozent des Jahresgewinns.

Die Mitteilung schickte die Aktie auf Talfahrt und löste ein Ermittlungsverfahren der britischen Finanzaufsicht aus. Mehrere Manager wurden suspendiert.

Helfen soll Tesco nun unter anderem der Ikea-Veteran Ohlsson. Er hatte 34 Jahre lang bei dem schwedischen Konzern gearbeitet und von 2009 bis 2013 an dessen Spitze gestanden. Tesco-Präsident Broadbent lobte sowohl Ohlsson als auch Cousins als Männer mit „vielseitigen Fähigkeiten und Erfahrungen“.

Die Supermarktkette ist die drittgrößte der Welt hinter Wal-Mart aus den USA und Carrefour aus Frankreich.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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