„Teufels Ziehkind“
Porträt: Annette Schavan

Bereits 1995 holte Erwin Teufel die Rheinländerin Annette Schavan nach Baden-Württemberg. Dort machte der Ministerpräsident sie zur Kultusministerin.

HB STUTTGART. Dies wurde schnell als eine der klügsten Personalentscheidungen des Ministerpräsidenten gelobt. Im Südweststaat gelang dem „Ziehkind“ von Teufel eine steile Karriere. Davor hatte die am 10. Juni 1955 in Jüchen (Kreis Neuss) geborene Schavan sieben Jahre lang das bischöfliche Cusanuswerk in Bonn zur Förderung begabter Studenten geleitet.

Von Beobachtern wurde Schavan schon vor ihrer angemeldeten Bewerbung um die CDU-Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl 2006 als „Kandidatin in Lauerstellung“ für das Ministerpräsidentenamt bezeichnet. Doch ein Handikap hat die Katholikin: Ihr fehlen die baden-württembergischen Wurzeln. In der Union ist die Reputation Schavans hoch. Kurzzeitig war sie sogar als Kandidatin für die Nachfolge des ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau im Gespräch.

Auch innerhalb der baden-württembergischen CDU hat sich die 49- Jährige einen hervorragenden Ruf verschafft. Mit ihrem Namen verbindet sich im Land ein flexiblerer Schulanfang, Fremdsprachenunterricht von der ersten Klasse an, eine Reform der gymnasialen Oberstufe und die Einführung des achtjährigen Gymnasiums. Bundesweit Schlagzeilen machte Schavan als sie 1998 einer Muslimin die Aufnahme in den Schuldienst verwehrte, die darauf bestand, mit Kopftuch zu unterrichten. Dem politischen Schlagabtausch mit Parteifreunden und der Opposition geht die studierte Theologin nicht aus dem Weg. Ihr Motto lautet: „In Harmonie kann man gar nichts bewegen.“

In ihrer Partei hat sie wichtige Funktionen inne: Als Mitglied im CDU-Landesvorstand erhält sie meist höchste Zustimmung bei den Wahlen. Durch die Fürsprache des damaligen Unions-Fraktionschefs Wolfgang Schäuble wurde sie 1998 stellvertretende Parteivorsitzende. Seit 2001 sitzt sie als Abgeordnete für Bietigheim-Bissingen im Landtag in Stuttgart.

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