Theo Lubke
Goldman Sachs holt Regulierungsexperten der Fed

Bisher hat er die Finanzmärkte beaufsichtigt, nun wechselt Theo Lubke die Seiten und geht zum Wall-Street-Primus Goldman Sachs. Mit der Verpflichtung des Regulierungsexperten sichert sich die Bank das nötige Know-how, um ihr Geschäft an die neuen Regeln anzupassen oder diese zu umgehen.
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DÜSSELDORF. Einer der Top-Regulierungsexperten der US-Finanzmarktaufsicht wechselt nach 15 Jahren zur mächtigsten Wall-Street-Bank. Theo Lubke (43), bis zuletzt bei der US-Notenbank Fed für die Neugestaltung der Kontrolle für den Derivatehandel zuständig, arbeitet demnächst für Goldman Sachs.

Damit sichert sich der Wall-Street-Primus das nötige Know-how, um sein Geschäft an die neuen Regeln anzupassen oder diese zu umgehen. "Er wird eng mit anderen Managern zusammenarbeiten, um die neue Regulierung bei uns zu implementieren", sagte ein Goldman-Sprecher gestern.

Die großen US-Banken versuchen sich seit einigen Monaten auf die im Sommer beschlossene Neuregulierung ihres Geschäftes einzustellen. Zuletzt war eine Serie von Geheimtreffen bekannt geworden, mit der die Institute ihre Gegenmaßnahmen koordinieren.

Die Abwerbung der Experten beim Regulierer wie jetzt die Einstellung Lubkes durch Goldman gehört ebenso zu dieser Strategie wie der Wechsel des ehemaligen Haushaltschefs des Weißen Hauses, Peter Orszag, zur Citigroup.

Lubke war bei der Fed seit 2007 für die Neufassung der Regeln für den außerbörslichen Derivatemarkt (OTC-Geschäft) zuständig. Konkret machte er die Vorgaben für das Geschäft mit Kreditausfallgeschäften (CDS), ein für die Wall Street besonders profitabler Markt. Lubke war im September von seinen Aufgaben entbunden worden, nachdem er seine Absicht öffentlich gemacht hatte, in die Privatwirtschaft zu wechseln.

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  • "Um das Geschäft an die neuen Regeln anzupassen" ist eine dehnbare Aussage. Sicherlich trifft eher zu, dass die Regulierungsvereinbarungen geschickt umgangen werden sollen, als sich seriös an die Vorgaben zu halten. Goldman Sachs hat bislang mitgemischt und die Griechen unterstützt, damit sie bei der Euroeinführung mitmachen können und damit auch das Hintertürchen für die USA offen gehalten, ganz Europa in den Schuldensog der USA mit hineinzuziehen. Daher ist bei dem Personalwechsel eher Vorsicht als Optimismus angesagt.

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