Theo Waigel
Ex-Finanzminister berät Airbus

Airbus beruft den ehemaligen Bundesfinanzminister Theo Waigel in ein unabhängiges Expertengremium. Der CSU-Politiker soll den Luftfahrt- und Rüstungskonzern bei der Einhaltung der Compliance-Regeln unterstützen.
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ToulouseDer langjährige Bundesfinanzminister Theo Waigel berät den Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus künftig bei der Kontrolle von Rechtsstandards. Das Unternehmen berief den CSU-Ehrenvorsitzenden in ein neues unabhängiges Expertengremium, das Airbus bei der Einhaltung eines regelformen Geschäftsverhaltens („Compliance“) unterstützen soll. Die weiteren Mitglieder sind der britische Rechtsanwalt Lord David Gold sowie die frühere französische Verfassungsrichterin und Europaministerin Noëlle Lenoir, wie der Konzern am Montag in Toulouse mitteilte.

Die britische Anti-Betrugsbehörde hatte im vergangenen Jahr Ermittlungen wegen Korruptionsverdachts bei Geschäften der Airbus-Zivilflugzeugsparte aufgenommen. Das Unternehmen hatte die Unregelmäßigkeiten nach eigenen Angaben selbst festgestellt und offengelegt.

„Unsere wichtigste Aufgabe ist es nun, unser Compliance-System noch weiter zu verbessern“, sagte Airbus-Chef Tom Enders. „Um einwandfreies Verhalten fest in allen unseren Geschäftsprozessen zu verankern, müssen wir sowohl unsere Systeme als auch unsere Unternehmenskultur genau unter die Lupe nehmen.“ Waigel, Gold und Lenoir sollen der Airbus-Führung helfen, Richtlinien, Strukturen und Unternehmenskultur zu verbessern.

Waigel, von 1989 bis 1998 Bundesfinanzminister im Kabinett von Kanzler Helmut Kohl (CDU), hat bereits Erfahrung mit der Korruptionsbekämpfung bei Unternehmen. Nach dem Korruptionsskandal bei Siemens war der 78-Jährige von 2009 bis 2012 im Auftrag der US-Justizbehörden Anti-Korruptions-Beauftragter (Compliance Monitor) bei dem Münchener Dax-Konzern.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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