Thomas Ebeling
Vom Medizinmann zum Medienmann

Thomas Ebeling hat bei Novartis das Glück verlassen. Nun versucht er es bei Pro Sieben Sat 1.

FRANKFURT. Die Geste ist ziemlich genau drei Jahre her: Daniel Vasella, smarter Chef des Schweizer Pharmakonzerns Novartis, klopft mit seiner sanften Rechten Thomas Ebeling auf die Schulter. An die 800 Augenpaare verfolgen die Geste. Es ist Bilanzpressekonferenz des Pharmariesen in Basel. Und einen Tag später sind die Zeitungen voll von Spekulationen, dass der Hannoveraner Ebeling, derzeit noch Leiter des größten Bereichs von Novartis, eben der Pharmasparte, seinen Chef wohl irgendwann beerben wird.

Drei Jahre sind eine Ewigkeit. Viel Wasser ist seither den Rhein hinabgeflossen. 24 Monate nach dem Schultertätschler von Basel bröckelt der Aktienkurs des Konzerns. Zwei mit großen Hoffnungen beladene Novartis-Medikamente fliegen vom Markt oder kommen erst gar nicht so weit. Die Konkurrenz der Nachahmerpräparate wird immer stärker. Die Pharmasparte, bisher der Bringer im Konzern, schwächelt, Vasellas Lächeln wirkt schmallippig – und Ebeling sitzt nicht mehr neben ihm.

Ihn, der die Sparte sieben Jahre geleitet hatte, hat das Glück verlassen. „Consumer Health“ lautete sein neuer Verantwortungsbereich, der zwar auch mit einem Vorstandsposten verbunden ist, der aber viermal kleiner ist als die Pharmasparte. Ebeling hat an diesem Tag Ringe unter den Augen, die hohe Stirn liegt in Falten. Sein Vortrag ist kurz, die Schar der Neugierigen, die sich nach der Bilanzpräsentation um ihn versammelt und so etwas wie der Gradmesser für die Bedeutung darstellt, hat deutlich abgenommen.

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