Thomas Fox
Der Karstadt-Sanierer soll bei Praktiker aufräumen

Prominente Werbefiguren und große Rabattaktionen haben Praktiker nicht weitergeholfen. Deswegen übernimmt nun Karstadt-Sanierer Thomas Fox das Zepter. Und noch ein weiterer Retter des Warenhauses zieht in den Vorstand.
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FrankfurtDie beiden Karstadt-Sanierer Thomas Fox und Josef Schultheis sollen beim angeschlagenen Baumarktkonzern Praktiker für bessere Zeiten sorgen. Während Fox (54) ab 1. Oktober das Unternehmen als Vorstandschef führen werde, ziehe Schultheis bereits zum 16. August in das Führungsgremium ein, teilte Praktiker am Montag im saarländischen Kirkel mit.

Schultheis solle bis zum Antritt von Fox kommissarisch den Chefposten übernehmen und für den anstehenden Umbau zuständig sein. Damit seien wesentliche Weichen zur weiteren Neuausrichtung und Zukunftssicherung des Unternehmens gestellt, erklärte Praktiker. Vorstandschef-Chef Wolfgang Werner hatte im Juli seinen Rücktritt eingereicht.

Fox hatte Karstadt als Chef aus der Insolvenz geführt und war im Februar nach der Übernahme des Warenhauskonzerns durch den Milliardär Nicolas Berggruen aus dem Amt geschieden. Auch Schultheis (46) hatte sich als Sanierungsmanager bei Karstadt einen Namen gemacht, zuerst als Berater, dann als Finanzchef.

An der Börse grenzte die Praktiker-Aktie nach der Mitteilung ihre Verluste ein und lag noch 2,4 Prozent im Minus bei 2,50 Euro. Die im Nebenwerteindex MDax hat seit Juli in etwa die Hälfte an Wert verloren.

Der Baumarktkonzern fuhr im vergangenen Quartal einen Rekordverlust ein und kassierte seine Gewinnziele. Mit seinen unprofitablen 20-Prozent-Rabattaktionen war das Unternehmen auf keinen grünen Zweig gekommen. Auch eine neue Marketingkampagne mit dem ehemaligen Tennis-Star Boris Becker als Werbe-Zugpferd fruchtete bei den rabattverwöhnten Kunden bislang nicht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Thomas Fox: Der Karstadt-Sanierer soll bei Praktiker aufräumen"

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  • kommentar:
    nicht nur börsenverluste und verlustreiche 20% aktionen bringen ein schlechtes image für den praktiker konzern, viel mehr sind es der gebotene service am kunden (geringe anzahl an mitarbeitern) sowie, asoziale personalpolitik und asoziale gehaltsentwicklung welche dem kunden nicht verborgen bleiben. wenn ein unternehmen sich keine vollzeitbeschäftigung leisten will/kann sollte es drüber nachdenken wie man die personal und gehaltsentwichlung sozial gestalten und erhalten kann. das allheilmittel von billiglohnkräften zieht hier nicht und stößt mit sicherheit auf ablehnung aus sicht der kunden. es ist dann nur eine frage der zeit das die kunden aus diesen gründen fern bleiben (stiller protest!). einen staat wie den jetzigen (brd) können wir uns dann mit sicherheit nicht mehr leisten, denn wir leben doch gegenseitig vom einkommen der anderen, oder? ein vorschlage währe ein 7 stunden tag für alle mitarbeiter des konzerns, alle 8 stundenkräfte werden auf 7 stunden zurück gestuft und alle teilzeitkräfte auf 7 stunden angeglichen. hier ergibt sich mit sicherheit ein hohes einspapotential und eine erhöte mitarbeiter verfügbarkeit im konzern. diese lösung ist für ein unternehmen mit öffnungszeiten von 08:00 uhr bis 20:00 uhr wie geschaffen. dies würde zumindest gegen den eindruck des minimalinvasiven personal aufwandes auf einer mehrere 1000 qm großen verkaufsfläche hinzielen. hohe qualität an service und kundenorientiertheit kann von niedrig entlohnten und somit völlig unzufriedenen teilzeitkräften nicht erbracht werden. selbst die identifikation mit dem unternehmen bleibt auf der strecke und der kunde bemerkt dies. der spruch "hier spricht der preis" ist mit sicherheit unpassend, nicht zeitgemäß und nach außen hin nur auf's geld reduziert. mit überteuerten billig importen aus china kann man schnell und geräuschlos vom markt verschwinden. eins ist sicher, von unten kommt die kraft! kommentar erwünscht!

  • Der muss ein bisschen,Karstadt Geheimnisse ausplaudern.
    Metro braucht eher ein Insolventsverwalter.

  • Ich lach´ mich schlapp! Söldner ziehen weiter und lassen sich ihre Verträge auszahlen! Was hat Herr Fox denn wirklich bei Karstadt verändert? Die Halbwertszeit von Managern ist mittlerweile bei der Hälfte der Verträge angekommen. 100 Tage Einarbeitung, dann ein wenig Aktivismus und immer einen 3 Jahresvertrag sicher, dann ein Konflikt, Ausbezahlen des Vertrages, und dann? Ja, die Konzepte konnten in der Zeit nicht umgesetzt werden. Schade. Liebe Praktiker: viel Spass, aber das überlebt Ihr auch noch!

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