Thomas Jones erhält von seinem Ex-Arbeitgeber Citigroup 50 Millionen Dollar
Erst gefeuert, jetzt befeuert

Vor einem halben Jahr noch mochte die Citigroup Thomas W. Jones nicht mehr sehen: Sie feuerte ihren Chef des Geschäfts mit reichen Privatkunden. Sieben Jahre war er Mitarbeiter des größten Finanzkonzerns der USA, doch der Geldwäscheskandal um eine japanische Citigroup-Tochter kostete die Bank 244 Millionen Dollar – und Jones sowie zwei weitere Top-Manager den Job.

HB DÜSSELDORF.An der Wall Street aber wird manchmal schnell vergessen und vergeben: Eine Persona non grata scheint Jones nun nicht mehr zu sein. Denn es gibt nur zwei Geldgeber für den von ihm gegründeten Buy-out-Fonds TWJ Capital Opportunity Fund I LP: Jones selbst – und die Citigroup. Höhe des Citigroup-Investments: 50 Millionen Dollar. Jones selbst steuert zehn Millionen bei. Das geht aus einer Routinemeldung an die US-Börsenaufsicht SEC hervor.

„Es hat sie eine Menge gekostet, den Japan-Skandal zu verdauen. Warum sie jemand 50 Millionen Dollar geben, der dafür mitverantwortlich ist, liegt außerhalb meiner Vorstellungskraft“, sagt Jon Burnham, Chef der New Yorker Burnham Securities Inc. Citigroup selbst wollte den Vorgang nicht kommentieren.

Vielleicht liegt die Lösung in einem Interview, das Jones am 11. Mai gab. Damals erklärte er, sich mit seinem Ex-Arbeitgeber über einen personalrechtlichen Streit geeinigt zu haben, der im Zusammenhang mit seinem unfreiwilligen Abgang stehe. „Ich habe ihnen ein ziemlich attraktives Investment-Profil aufgezeigt. Dieser Prozess lief bereits mehrere Monate“, orakelte er, ohne konkreter zu werden.

„Mein Gefühl ist, dass Jones nur ein Bauernopfer war“, sagt Gary Goldstein, Chef der Personalberatung Whitney Group. „Als Zeichen des guten Willens hat die Citigroup sich vielleicht bereit erklärt, ihm beim Start seines Fonds zu helfen.“

TWJ Capital will in junge Unternehmen investieren, ebenso in Firmen, die vom Management übernommen werden oder zu Umstrukturierungen gezwungen sind. Vor Kosten und Gebühren plant Jones eine Rendite von 30 Prozent für seine Investoren. Auf seiner Internetseite erklärt der Fonds, geplant seien Investments zwischen 250 000 und fünf Millionen Dollar. Derzeit halte man Anteile an Firmen wie dem Netzwerk-Sicherheits-Spezialisten Kool Span oder dem Halbleiterhersteller Acoustic Technologies.

Jones kam 1997 zur Traveller’s Group, die später mit der Citicorp verschmolz. Zuvor arbeitete er bei TIAA-CREF, dem größten US-Pensionsfonds, zuletzt als Chief Operating Officer und Vize-Chairman.

Nach dem Zusammenschluss von Traveller’s und Citicorp übernahm Jones zunächst das Fondsgeschäft. 1999 wurde er Chef der Privatbank-Sparte und galt als möglicher Vorstandschef in spe.

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