Thomas Krenz ist Deutschlandchef von Permira
Der Regisseur für Megadeals

Anfang März hatte Georg Kofler, Vorstandschef des Abo-TV-Anbieters Premiere, seinen großen Auftritt in der Frankfurter Börse. Nach dem gelungenen Börsenstart stand er im Blitzlichtgewitter und malte die Zukunft des Bezahlfernsehens in rosigen Farben. Die digitale Zukunft werde allenfalls vergleichbar sein mit dem Wechsel vom Schwarzweißfernsehen zur Farbe.

Während Kofler sich in Euphorie redete, war der Regisseur des Börsencoups schon seit Stunden wieder abgetaucht: Thomas Krenz. Der Deutschland-Chef der Beteiligungsgesellschaft Permira dirigiert lieber im Hintergrund. Monatelang hatte er zwischen Investmentbanken, Fondsgesellschaften, Wirtschaftsprüfern und PR-Beratern die Fäden gesponnen, damit das Börsendebüt seiner schillerndsten Beteiligung reibungslos verlaufen konnte.

Krenz spielt in der Champions League der internationalen Finanzinvestoren. Mit dem über fünf Milliarden Euro schweren Eigenkapitaltopf kann Permira – zählt man die Kreditfinanzierungen für die Übernahmen hinzu – rund 15 Milliarden Euro flottmachen. In Deutschland ist Permira indirekter Arbeitgeber für 37 000 Beschäftigte, europaweit für 160 000. Der Brillenhersteller Rodenstock gehört ebenso zum Portfolio wie die Bekleidungskette Takko oder der Mobilfunkdienstleister Debitel.

Der 45-jährige Krenz steuert sein insgesamt 31-köpfiges Team vom Frankfurter Studentenviertel Bockenheim aus. In einem ehemaligen Industrie-Areal, das im Stil der neunziger Jahre für die Dienstleistungsbranche umgerüstet wurde, herrscht zwischen gläsernen Wänden und offenen Türen ein liberaler Führungsstil. Der gebürtige Mannheimer ist seit seinem Einstieg bei Permira 1988 in die wichtigsten Leitungsgremien des Finanzinvestors aufgestiegen. Im Management- und im Investitionsausschuss entscheidet er mit wenigen internationalen Partnern darüber, wie die künftige Strategie aussieht und wohin die Milliarden weltweit fließen sollen. Im Gegensatz zu vielen anderen Schwergewichten unter den angelsächsischen Finanzinvestoren hält Krenz die Präsenz vor Ort für unerlässlich. Einfach aus London oder New York einzufliegen, reiche nicht aus. „Man muss im Land verwurzelt sein, sonst kann man beispielsweise die Heuschrecken-Debatte nicht verstehen“, sagt er. Permira stand auf der steckbriefartigen Aufstellung, mit der SPD-Chef Franz Müntefering die Kapitalismuskritik startete.

Seitdem spürt Krenz, der in Hamburg und den USA Betriebswirtschaft studiert hat, ein wachsendes Befremden im Ausland über die Kampagnen hier zu Lande. Auch die Personalisierung der Branche – wie etwa über einen Bericht wie diesen – scheut Krenz sehr. „Ich frage mich, ob da nicht neue Feindbilder aufgebaut werden.“

Sein Privatleben schottet er weitgehend ab. Er lebt im Taunus, knapst so viel Zeit wie möglich ab, um bei seinen beiden Kindern zu sein. Obwohl er drahtig und durchtrainiert wirkt, treibt er nicht intensiv Sport. Golfen etwa sei sowieso nichts für Manager. „Wer ein einstelliges Handicap hat, macht etwas falsch.“ Eine Leidenschaft ist aber offensichtlich: Zigarillos der Marke „Moods“ lässt er selten los.

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