Thomas Ludwig
Einer, der es noch einmal wissen will

Es ist trüb an diesem Herbstmorgen. Nebelschwaden umhüllen die Zentrale der Klöckner & Co. AG (Klöco) in Duisburg, die Sichtweite beträgt weniger als 100 Meter. „Bei gutem Wetter“, erklärt Thomas Ludwig seinem Besucher, „können Sie im Süden den Düsseldorfer Fernsehturm sehen.“

HB DUISBURG. Ludwig wird noch eine Weile brauchen, bis er den Durchblick hat im neuen Amt. Es ist erst wenige Wochen her, dass er den seit mehr als einem Jahr vakanten Chefposten bei dem traditionsreichen Werkstoffhändler übernommen hat. Sein Büro im obersten elften Stock wirkt noch etwas karg, wie frisch bezogen eben.

Am Ende seiner beruflichen Laufbahn will es der 55-Jährige noch einmal wissen. Ludwig hatte die Wahl zwischen einem vergleichsweise sicheren Managerstuhl bei Thyssen-Krupp und dem Feuerwehrjob bei Klöco. Der schlanke, etwa einen Meter achtzig große Mann hat auf Risiko gesetzt.

Ludwig sagt selbst, dass „die größere Gelassenheit, die das Alter mit sich bringt“, für die neue Aufgabe „sicher kein Nachteil ist“. Zweimal innerhalb von zwei Jahren hat Klöco einen neuen Eigentümer bekommen, der zwischenzeitliche Besitzer Balli hat das Unternehmen um 120 Millionen Euro betrogen, und die Geschäfte im wichtigen Markt Deutschland laufen schlecht.

Ludwig muss nun eine Antwort finden, wie sich der mit vier Milliarden Euro Umsatz größte, herstellerunabhängige Stahlhändler in Europa neu positionieren will: Die Stahlhersteller haben sich inzwischen zu wenigen Riesen zusammengeschlossen. Auf der Seite der mittelständisch geprägten Händler gibt es hingegen enorme Überkapazitäten. Doch Ludwig will nichts überstürzen. „Ich muss erst einmal ein Gefühl für die Organisation bekommen“, sagt er.

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