Thomas Middelhoff
Insolvenz beantragt, Gläubiger im Visier  

Drei Monate nach der Pleite des einstigen Starmanagers Thomas Middelhoff hat der Insolvenzverwalter Thorsten Fuest beim Amtsgericht Bielefeld die Eröffnung des Verfahrens beantragt. Auch Gläubigern droht jetzt Ärger.
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DüsseldorfWochenlang hat sich Thorsten Fuest mit einem zwölfköpfigen Team durch die Aktenberge gewühlt, Gläubiger getroffen, den Pleitier Thomas Middelhoff befragt. Nun hat der Insolvenzverwalter offenbar genügend Wissen gesammelt: Handelsblatt-Informationen zufolge hat der Jurist beim Amtsgericht Bielefeld die Eröffnung des Verfahrens beantragt. Derzeit prüft die zuständige Richterin das entsprechende Gutachten.

Sobald sie den Antrag absegnet, ist die Middelhoff-Insolvenz offiziell eröffnet. Der formale Akt, er ist Auftakt eines wohl Jahre andauernden Verfahrens. Für den Vormittag hat Fuest zu einer Pressekonferenz nach Bielefeld geladen.

Nach Recherchen des Handelsblatts hat Fuest in dem bevorstehenden Insolvenzverfahren auch Gläubiger im Visier. Die hatten sich in den vergangenen Monaten ein regelrechtes Windhundrennen geliefert. Mal erzwang ein früherer Geschäftspartner den Offenbarungseid, mal wurde „Big T“ gleich die Armbanduhr, Marke Piaget, vom Arm gepfändet und im Internet versteigert. Doch einzelne Gruppen, die ihre Finger auf Middelhoff‘sche Werte gelegt haben, müssen nun bangen.

Denn um alle Gläubiger gleich zu halten, kann Fuest auch bereits vereinnahmte Werte zurückverlangen, sie der Masse zuführen. Kooperieren die Gläubiger nicht, sind selbst Klagen denkbar. Unter anderem geht es dabei um Gelder, die von Middelhoffs Hausbank Sal. Oppenheim als Gegenleistung für offene Schulden einbehalten wurden.

Insgesamt verlangen mindestens 50 Gläubiger noch Geld vom früheren Chef von Bertelsmann und Arcandor. Unter ihnen finden sich Größen wie Beraterlegende Roland Berger, der sieben Millionen Euro einfordert. Aber auch der Immobilienfonds Gewobag (Forderung: knapp eine Million Euro), die Privatbank Sal. Oppenheim, die Sparkasse Köln-Bonn und der Arcandor-Insolvenzverwalter warten auf Geld – ebenso wie Immobilienunternehmer Josef Esch und die Finanzverwaltung NRW.

Die Gläubigerschar könnte gar weiter wachsen. Denn erst nach der Eröffnung sind alle Gläubiger aufgefordert, ihre Ansprüche zur Liste zu melden.

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Vermögenstransfers auf dem Prüfstand

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