Thorsten Klapproth krempelt Traditionshaus WMF um
Raus aus der Schublade

Thorsten Klapproth blättert in einem roten Büchlein. Stoppt, vertieft sich in eine Passage, blättert weiter, hebt eine Doppelseite mit Bildern hoch. „Viele machen gute Töpfe. Aber nur wir machen jeden Tag zu einem Sonntag“, liest er vor. In den Händen hält der 44-Jährige mit den hellbraunen Stoppelhaaren keinen Gedichtband. Es ist die Markenfibel von WMF und wahrscheinlich Klapproths Lieblingsbuch.

HB GEISLINGEN. „Ich bin ein Markenartikler!“ sagt der Vorstandschef der an der Börse Stuttgart notierten WMF AG aus Geislingen über sich selbst. Deshalb hat es den in Osterode im Harz Geborenen auch vor zwei Jahren auf die Schwäbische Alb verschlagen.

Er hat sich viel vorgenommen. Aus der betulichen Traditionsmarke Württembergische Metallwarenfabrik (WMF) will er einen Lifestyle-Konzern formen. Neben der Kernmarke WMF (Besteck, Töpfe, Küchenhelfer) zählen heute vier Tochtergesellschaften zum Konzern: Alfi-Isolierkannen, Auerhahn-Bestecke, Silit-Töpfe und Kaiser-Backformen. „95 Prozent Markenbekanntheit. Bei 75 Prozent aller Bundesbürger liegt WMF in der Küchenschublade“, weiß er.

Doch die Küchenschublade reicht ihm nicht. Denn das vergangene Geschäftsjahr war für WMF eines der härteren in der Geschichte. Wie in der gesamten Küchen- und Hausratsbranche schrumpfte das Geschäft. Der Umsatz sank konzernweit um drei Prozent auf 562 Millionen Euro, der Jahresüberschuss brach von 10,8 auf 2,4 Millionen Euro ein.

Mit Lifestyle und High Tech will Klapproth, der bei Bosch-Siemens-Hausgeräte im Marketing startete, den Abwärtstrend stoppen. Deshalb treibt er zum Beispiel die Entwicklung und Produktion von vollautomatischen, professionellen Kaffeemaschinen voran und will die Beteiligung am Schweizer Kaffeespezialisten Schaerer aufstocken. Erster Erfolg: Nach nur zwei Jahren ist WMF bei diesen speziellen Kaffeemaschinen nach eigener Auskunft weltweit Marktführer.

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