Thyssen-Krupp

Berthold Beitz bereitet sein Erbe vor

Berthold Beitz bereitet das Feld: Der Vorsitzende der Krupp-Stiftung schwört seinen designierten Nachfolger Gerhard Cromme auf die Firmentradition ein. Damit neigt sich eine unvergleichliche Ära dem Ende entgegen.
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Der Vorsitzende des Kuratoriums der Krupp-Stiftung, Berthold Beitz (rechts), und der Aufsichtsratsvorsitzende von Thyssen-Krupp, Gerhard Cromme. Quelle: dpa

Der Vorsitzende des Kuratoriums der Krupp-Stiftung, Berthold Beitz (rechts), und der Aufsichtsratsvorsitzende von Thyssen-Krupp, Gerhard Cromme.

(Foto: dpa)

EssenBei der 200-Jahr-Feier von Krupp bewies Berthold Beitz einmal mehr, was für ein gewiefter Taktiker er ist. In seiner Eröffnungsrede ließ der Vorsitzende der Krupp-Stiftung eine Passage mit den Dankesworten an Gerhard Cromme kurzerhand unter den Tisch fallen. Erst nachdem Bundespräsident Christian Wulff und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) ihre Lobeshymnen auf den Industriekonzern beendet hatten, holte Beitz das scheinbar Versäumte nach.

„Alfried Krupp gab uns einen Auftrag, den Namen Krupp hochzuhalten. Ich weiß, auch Sie, lieber Herr Cromme, fühlen sich diesem Auftrag verpflichtet“, sagte der 98-Jährige vor 180 Gästen in der Villa Hügel, dem alten Stammsitz der Familie Krupp. Der Name Krupp, das ist für Beitz und viele Menschen an Rhein und Ruhr ein auskömmliches Miteinander von Eigentümern und Mitarbeitern. „Der moralische Kapitalismus muss die Grundlage unseres wirtschaftlichen Handelns sein“, sagte Beitz.

Vor dem Hintergrund des laufenden Konzernumbaus sind diese Worte brandaktuell. Um die Schulden von rund sechs Milliarden Euro zu senken und Spielraum für Akquisitionen zu erhalten, will Thyssen-Krupp sich von Beteiligungen trennen, die ein Viertel des Konzernumsatzes von zuletzt 42 Milliarden Euro ausmachten. Rund 35000 Mitarbeiter werden von der Umstrukturierung betroffen sein.

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4 Kommentare zu "Thyssen-Krupp: Berthold Beitz bereitet sein Erbe vor"

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  • Berthold Beitz gehört für mich zu den herausragendsten Managern und Menschen des 20.und 21 Jahrhunderts.Ich schwöre es,besässe ich eine Hut,ich würde ihn ziehen vor diesem Mann.

  • Respekt vor dieser Leistung, Berthold, alter Koffervogel!

  • Ein Fakt ist zu verbessern: "Seit den späten 50er-Jahren gab es Vorbereitungen, die Nachfolge Alfried Krupps zu regeln. Schon früh wird klar, dass Alfrieds einziger Sohn Arndt, 1958 geboren, nicht zum Nachfolger taugt."
    Tatsächlich ist Arndt 1938 geboren.

  • Beeindruckend: 1913 geboren - nach wie vor voll dabei.

    Hätte Beitz sich als 8 Jähriger selbst kennengelernt - er wäre im Todesjahr Napoleon Bonapartes geboren. Ein wandelndes Geschichsbuch, der aus dieser guten Gewissens zitieren darf.

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