Thyssen-Krupp trauert um Berthold Beitz: Tod eines Wirtschaftswunder-Mannes

Thyssen-Krupp trauert um Berthold Beitz
Tod eines Wirtschaftswunder-Mannes

Berthold Beitz ist im Alter von 99 Jahren gestorben. Der Vorsitzende der Krupp-Stiftung führte den Stahlkonzern durch existenzgefährdende Krisen. Das angeschlagene Unternehmen verliert mit Beitz' Tod seinen Übervater.
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Essen/DüsseldorfAm 26. September wäre Berthold Beitz 100 Jahre alt geworden. Doch diesen runden Geburtstag sollte der Thyssen-Krupp-Patriarch nicht mehr erleben. Wie Thyssen-Krupp am Mittwochnachmittag mitteilte, starb Beitz am Dienstag auf Sylt. Also genau auf der Insel, wo er 1952 mit Alfried Krupp von Bohlen und Halbach bekannt gemacht wurde. Dem folgte kurz darauf in Hamburg der berühmteste Spaziergang der Firmengeschichte. Krupp bat Beitz, seinen Konzern wieder aufzubauen. Eine Viertelstunde später sagte der zu.

Und so lenkte Beitz über Jahrzehnte die Geschicke des Essener Krupp-Konzerns bis heute inklusive der Fusion mit Thyssen zum heutigen Thyssen-Krupp-Konzern. Er war bis zuletzt der Vorsitzende des Kuratoriums der Krupp-Stiftung, die gut ein Viertel der Anteile an dem Unternehmen hält.

Mitten im schwierigen Konzernumbau verliert Thyssen-Krupp mit Beitz nun den mächtigsten Akteur unter den Aktionären und den langjährigen Firmenpatriarchen. „Ich habe Herrn Beitz als einen Menschen erlebt, dem die Zukunft des Unternehmens immer sehr am Herzen lag. Er hat uns im Vorstand in den letzten Jahren bei dem umfassenden Veränderungsprozess begleitet, bestärkt und dort, wo es nötig war, vorbehaltlos unterstützt“, sagte Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger. Beitz sei ein großes Vorbild für die Mitarbeiter gewesen

Beitz hatte noch Anfang des Jahres an der Hauptversammlung in Bochum teilgenommen. Wie stets kerzengerade stehend hatte er dabei den langanhaltenden Applaus der Aktionäre entgegengenommen. Wenig später musste der Aufsichtsratsvorsitzende Gerhard Cromme seinen Hut nehmen, den Beitz eigentlich als seinen Nachfolger an der Spitze der Krupp-Stiftung auserkoren hatte.

„Mit Berthold Beitz ist eine herausragende Persönlichkeit von uns gegangen, die das Unternehmen im Geiste von Alfried Krupp von Bohlen und Halbach entscheidend geprägt hat“, sagte Thyssen-Krupp-Aufsichtsratschef Ulrich Lehner. „Für alle, die ihn kannten, ist dies ein unersetzlicher Verlust“, sagte der Vize-Vorsitzende des Kuratoriums, Reimar Lüst.

Beitz gilt als eine der wichtigsten Unternehmerpersönlichkeiten der Nachkriegszeit in Deutschland. Mit seiner Frau Else war er mehr als 70 Jahre verheiratet. Bundespräsident Joachim Gauck würdigte Beitz als „deutsche Symbolfigur für sozial verantwortliches Unternehmertum“. Bundeskanzlerin Angela Merkel reagierte „mit großer Trauer“ auf den Tod von Beitz.

Kommentare zu " Thyssen-Krupp trauert um Berthold Beitz: Tod eines Wirtschaftswunder-Mannes "

Alle Kommentare
  • Mich erstaunt, wie viele Rechtschreibfehler in diesem Artikel simd...

    Beste Grüße,
    M

  • Fassen wir mal kurz zusammen:

    1. TK nahe am Bankrott gewirtschaftet.
    2. KEINE strategische Neuausrichtung für TK ausser Verkaufen, Verkaufen und nochmal Verkaufen (von Unternehmensteilen).
    3. Eigene Nachfolge nicht geregelt (man wird sicher noch 1000 Jahre leben - ganz gewiß Hr. Beitz)

    Was bleibt?

    Persönliche Ehre und totales wirtschaftliches Versagen.

  • Bevor Sie jemanden als lächerlich bezeichenen, schalten Sie vielleicht mal Ihr verstaubtes Hirn ein. SIE sind hier lächerlich!

    Bethold Beitz war ein großer Mann, der herausragendes Geleistet hat. Meinen Respekt und Dankbarkeit an einen solchen Herren!

  • @deltaone

    Aha...Sie also haben mit eigenen Augen gesehen wie Beitz als Retter aufgetreten ist....Natürlich völlig ohne Eigeninteresse.....Sind sozusagen ein Zeitzeuge....ha ha...lächerlich :)

  • @Seoul
    Da kann ich ihnen nur zustimmen, besonders Ihren letzten Zeilen.

  • Beitz war eine deutsche Eiche, dem es nicht gestört hätte wenn.........Er hätte darüber herzhaft gelacht.

  • Am Ende war Berthold Beitz doch gescheitert. Keinen geeigneten Nachfolger, das Unternehmen wirtschaftlich nur ein Schatten seiner selbst. Es lohnt sich für große Männer und Frauen immer noch frühzeitig abzutreten bevor man das eigene Werk selber zerstört.
    Das Scheitern von Herrn Beitz ist auch sysmtomatisch für das langfristige Scheitern von Stiftungen die die Familien der Gründer entmachten.
    Es wird Zeit über die Abschaffung dieser Stiftungen nachzudenken.

  • "Unsterblich war er nicht, aber schon zu Lebzeiten eine Legende"... -
    so der erste Satz im FAZ Nachruf auf Berthold Beitz.

    Und HB-Online schreibt in diesem Zusammenhang vom Wirtschaftswunder-Mann - einem Wirtschaftswunder-Mann.

    Wer sich Industrie-Brachen im Ruhrgebiet vor Augen führt ahnt, dass es Jobs gibt, die man uncompleted in andere Hände geben muß aufgrund der geringen Zeit, die ein Menschenleben auch bedeuten kann.

    Nun wird einer fehlen, an den man sich auch hätte wenden können. Einen Nachfolger im herkömmlichen Sinne kann es da vlt nicht geben.

    Die Aufgaben bleiben, neue stehen an.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Der Tod von Berthold Beitz erfüllt mich mit nachdenklicher Trauer.
    Wieder ein Mensch weniger, der zu denen gehört hat, der ein Stück unserer Zeit gestaltet hat und das in Ehrenhafter Art und Weise.
    Bis vor wenigen Tagen hat er in seinem Büro Nähe der Villa Hügel gearbeitet und ohne ging bis dahin NICHTS bei Krupp bzw. Thyssen Krupp.
    Dieser Mann hat gestaltet, in einem Alter, in denen die meisten bereits seit Jahrzehnten im Ruhestand sind.
    Ich hatte die unermessliche Ehre Ihn persönlich kennengelernt zu haben.
    Meine Gedanken gelten seiner Familie, die auf einen wirklich großartigen Menschen, mit einem beeindruckenden und stolzen Leben zurückblicken dürfen.
    Ruhe in Frieden, Berthold Beitz.

    Und im übrigen:
    Viele der hier abgesonderten Kommentare spiegeln den geistigen Stand unserer leider immer stärker werden bildungsfernen Schichten wieder. Traurig, aber jeder diskreditiert sich, so gut er es kann.
    Um so bedauerlicher der Verlust von Menschen wie Berthold Beitz.

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