Tierbeobachtungen liefern keine Beweise, aber Indizien zur die Erklärung menschlichen Handelns. Eine Karriere-Serie
Unter negativem Stress bringt Fips keine Leistung

Wer unter Stress steht, kann nicht nachdenken. Das belegen Tierversuchen, in denen die Intelligenz eines Testtieres deutlich unter der Anwesenheit eines stressigen Mitbewohners im Käfig litt. Und gleiches gilt auch für und Menschen.

Fips war ein hochbegabter Musterschüler. Auch komplizierte Aufgaben vermochte das Pavianmännchen mühelos zu knacken und in Intelligenztests brillierte er stets. Doch dann öffnete eines Tages der französische Zoologe Jean-Claude Fady in seinem Forschungslabor den Käfig und brachte Fips einen Gefährten: Hugo.

Der muskulöse Pavian war ein echter Halbstarker: Intellektuell hatte er nicht gerade den tiefen Teller erfunden, aber dafür wusste Hugo mit seiner Muskelmasse zu protzen. Und so dauerte es nicht lange, bis das Testosteron sich seinen Weg bahnte: Hugo verpasste Fips eine Tracht Prügel, die sich gewaschen hatte. Flugs trennten die Forscher Fips und Hugo wieder und sperrten Hugo in den Nachbarkäfig, so dass Fips durch Gitterstäbe vor ihm geschützt war.

Am nächsten Tag unterzogen sie Fips abermals einem Intelligenztest und er versagte völlig. Sein Leistungsniveau sank sogar noch unter das des simplen Hugo. Fips stand unter Stress. Die Gitterstäbe reichten nicht aus, um sich mental abzugrenzen von dem brutalen Schläger. Er fühlte sich beobachtet. Schon die bloße Anwesenheit des Muskel-Hugos reichte, um Fips geistig auf der Leitung stehen zu lassen. Erst als die Forscher zwischen den Käfigen eine Gardine zuzogen, erklomm Fips wieder sein gewohntes Niveau.

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